Wenn zu viele Frauen auf ihn abfahren, werden Mercedes-Strategen nervös: Denn der schicke Cabrio-Sportwagen SLK soll männlich und sportiv rüberkommen. Das neue Design-Update schlägt voll in die maskuline Kerbe: Aggressivere Lufteinlässe (besonders in der AMG-Version, siehe Foto) unter der schönen Schnauze und ein knackiger Hintern mit Diffusor-Optik bringen Formel-1-Feeling auf den Boulevard. Verdammt männlich röhrt auch der neu entwickelte 6-Zylinder-Sportmotor im SLK 350. Er produziert einen wirklich geilen Sound, der bestens mit schweren Balladen von Linkin Park, Metallica und Co im bordeigenen Harman/Kardon-Soundsystem (833 Euro Aufpreis) harmoniert. Das 305 PS starke Sportlerherz bringt den kurzen und handlichen Hecktriebler flott auf Touren, die ebenfalls neue Direktlenkung (315 Euro Aufpreis) sorgt für beachtlichen Kurvenfahrspaß. Ein perfektes Männerspielzeug, wie geschaffen für die vielen engen Serpentinen zwischen Nizza und Sospel an der Côte d’Azur, nicht ohne Grund einmal im Jahr Filetstück der Rallye Monte Carlo. Gut fürs grüne Gewissen: Der neue Motor verbraucht trotz besserer Leistung knapp einen Liter weniger Sprit als sein Vorgänger.

Ja, der Testosteron-aufgeladene SLK kann auch ganz zart, sanft und warm sein: Auf Knopfdruck pustet die Kopfstütze eine laue Brise ums kühle Köpfchen (Airscarve, 470 Euro Aufpreis), was die Cabrio-Saison deutlich verlängert. Wem das noch nicht reicht, der klappt einfach das Stahldach zu. Das dauert nur 22 Sekunden und verwandelt das schicke Cabrio in ein schönes Coupé. Bei geschlossenem Dach wird auch der Kofferraum seinem Namen halbwegs gerecht. Aber Männer brauchen ja nicht viel Gepäck.

Rainer Thide