Anmutig, kühl, fast beängstigend divenhaft wirkt die 28-jährige Londonerin auf den ersten Blick. Doch Sophie Ellis-Bextor ist alles andere als eine zickige Primadonna. Als sie 2002 beim Fernsehsender Viva zu Gast war, entschuldigte sich Moderator Oliver Pocher fürs Publikum:
Statt wie üblich zwanzig Schüler waren nur zwei Praktikanten als Claqueure im Studio. „Mehr Publikum brauche ich nicht“, entgegnete Ellis-Bextor dem Striezel mit entwaffnender Bescheidenheit. Damals war sie auf dem Höhepunkt ihrer Karriere, ihr Hit „Murder On The Dancefloor“ aus dem Debütalbum „Read My Lips“ lief Tag und Nacht im Radio. Danach kam erst mal nichts zumindest nichts Bemerkenswertes. Das Nachfolgealbum „Shoot From The Hip“ ging außerhalb Großbritanniens völlig unter. Vielleicht lag’s an der zwischenzeitlichen Erblondung, wahrscheinlich eher an der Abkehr vom Disco Sound. Für „Trip The Light Fantastic“ besann sich die Mutter und Ehefrau nicht nur auf die alte Haarfarbe: „Mein drittes Album setzt dort an, wo das Debütalbum aufhörte.“ Abgesehen von der ersten Single „Catch You“, auf der Beat und Gitarren ein bisschen böser und garstiger klingen, serviert Ms Sophie ihren Fans endlich wie-der melodiöse House-, Disco- und Pop-Hymnen, liebevoll arrangiert und mit zaghaften musikalischen Seitensprüngen in Richtung Samba, Ragga oder gar Trance. So bescheiden braucht Sophie Ellis-Bextor gar nicht zu sein: Für dieses Album hat sie durchaus ein großes Publikum verdient.