„Bravo“-Cover, ausverkaufte Tourneen, goldene
Schallplatte: Die Band Echt war ein Verkaufsschlager. Nach zehn Jahren lösten sie sich auf, und ihr Sänger Kim Frank fiel in ein tiefes
Loch. Doch dann kam das Angebot von Leander Haußmann, in seinem Film „LVA“ zu spielen, und mit ihm der nötige Tatendrang. Frank, der einst die größten Erfolge als Sänger von Texten anderer Autoren hatte („Junimond“ von Rio Reiser und „Du trägst keine Liebe in dir“ von Michel van Dyke) überwand alle Unsicherheiten ob des eigenen schreiberischen Talents. Er fasste den Mut, all die Texte, die er in den vergangenen Jahren geschrieben hatte, in eine musikalische Form zu gießen – und schlägt sich verdammt gut. Sicher, die Themen seines ersten Soloalbums kann man in ein paar Satzfragmenten zusammenfassen: Lass uns Freunde bleiben, ich kann doch nicht ohne dich, mir geht’s miserabel, dann geh doch weg von mir, es wird besser, nichts ist mehr, wie es ist, ich will dich zurück, ohne dich kann ich nicht. Doch was ist so schlimm daran? Auch wenn ihn das Suchen und Finden der großen Liebe nicht loslässt, trieft hier nichts. Frei heraus und direkt singt Kim Frank über komplexe Gefühle, statt sich hinter Metaphern und ausgeklügelten Formulierungen zu verstecken. So sollte sich deutschsprachiger Gitarrenpop anhören.