Nein, in sexueller Hinsicht gebe es kein Problem, dass die Band aus vier Jungs und drei Mädels im besten zeugungsfähigen Alter bestehe, versichern die Los Campesinos glaubhaft. „Obwohl“, räumt Gitarrist Neil ein, „ich schon denke, dass unsere Mädels uns unwiderstehlich finden. Aber wir Jungs warten auf die heißen Topmodels, die uns die Karriere als Popmusiker bald bescheren wird.“ Vermutlich geflunkert an diesem Satz ist der Teil mit dem Faible für Laufstegschönheiten – für oberflächliche Vorlieben sind die Mitglieder der Band viel zu gewitzt und sympathisch. Wahr werden dürfte hingegen die Sache mit der Popkarriere. Gegründet „nur so zum Spaß“ vor knapp zwei Jahren an der Universität von Cardiff, überzeugt das Septett auf seinem Debütalbum mit erfrischend unperfektem Indiepop. „Perfekt ist doch langweilig und irgendwie charakterlos“, findet Sänger Gareth. Genau wie Topmodels eben.

Nico Cramer