Große Liebesgeschichten müssen nicht unbedingt auf 600-Seiten-Schmökern untergebracht werden. Das zeigt der schmale Band von Milena Agus, den man an einem Nachmittag auf dem Sofa verschlingt. Aber die Geschichte hallt noch lange nach.

Kein Wunder, die Frau im Mond hat es in sich, denn hier wird in einer eigentümlichen und drastischen Sprache geliebt, wie man es sonst selten erlebt. Die Hauptperson ist eine ebenso schöne, wie eigenwillige junge Frau, die so gar nicht in das beschaulich-beengte Leben eines italienischen Dorfes an der Küste Sardiniens passen will. Sie wird umworben, aber ist vielen zugleich unheimlich, denn sie lebt in ihrer eigenen Welt, fern von Konventionen.

Eines Tages heiratet sie doch, liebt ihren Mann allerdings nicht sonderlich. Die Ehe wird zwar in drastischen Liebesszenen ausgemalt, aber ihr Herz gehört einem anderen. Wer das schließlich ist, bleibt fast bis zum Schluss eine der großen Überraschungen des Buches.