Die Gefahr ist natürlich da, vor lauter Kunst den Rock zu vergessen. Blackmail passiert das aber auch diesmal nicht, obwohl „Tempo, Tempo“ vielschichtig und aufreizend sperrig geriet. Mit liebenswerter Schrulle wird da munter be- und wieder entschleunigt, Melodien werden gestapelt und Haken geschlagen. Gott sei Dank verfügt das Quartett aus Koblenz über das nötige Feingefühl, weder der Angeberei noch dem Selbstzweck zu verfallen. Schließlich ist Sänger Aydo Abay nie um eine kernigen Refrain verlegen – oder eine Zeile, die nicht auch mühelos zur Parole taugen würde. Auch das ist eine Kunst. Sogar die bessere.
Michael Setzer