Reden ist Amy Winehouse eine Last, erst recht über sich selbst und vor allem dann, wenn sie am Vorabend ordentlich gezecht hat. Man solle sich lieber ihre Songs anhören, statt Fragen zu stellen. „Da erfährt man alles über mich, durch die Texte und durch die Musik“, sagt sie. Ihr aktuelles Album „Back To Black“ mit dem wahnwitzigen und extrem ansteckenden Mix aus Soul, Gospel und Sixties-Pop lässt auf eine Powerfrau schließen. Halbe Sachen gibt’s nicht, weder privat (einen entspannenden Abend mit ihrem Mann definiert Amy Winehouse so: „Ich koche was Leckeres, danach gibt es was Gutes zu rauchen und jede Menge Alkohol. Zum Nachtisch wird geknutscht.“) noch beruflich: „Ich bin Perfektionistin. Bevor ich einen Auftritt halbherzig über die Bühne bringe, sage ich ihn lieber ab.“ Im Frühjahr erst hatte sie eine Reihe von Konzerten kurzfristig gecancelt. „Da habe ich einiges nachzuholen“, sagt die Diva mit der lasziv-verlebten Ausstrahlung. Und es klingt wie das Versprechen auf eine riesige Party.

Stéfan P. Dressel