Ben Folds ist kein Mann für wilde Songwriter-Experimente. Schon mit seiner klavierbetonten Band Ben Folds Five setzte er in den Neunzigern auf hymnische Ohrwürmer ohne Widerhaken. Auch sein drittes Solowerk hat wieder alles, was ein nachhaltiges Pop-Rock-Album mit Chartambitionen braucht: einprägsame Hooklines, mitreißende Rhythmen und lebensbejahende Texte, die ans Herz gehen. Glattgebügelt klingt der 42-jährige US-Amerikaner deshalb lange nicht. Schließlich verpasst er seinen Hits mit rauen Riffs und zärtlichem Pianospiel eine Schutzimpfung gegen Langeweile und Austauschbarkeit.

Michael Leuffen

Video-Tipp: „Hiroshima“ von Ben Folds