KONZEPT:

Deutschlands Meisterkoch: In der, wie Sat.1 allen Ernstes behauptet, „größten Kochshow aller Zeiten“ kämpfen Hobbyköche nicht nur um den zweifelhaften Titel „Deutschlands Meisterkoch“, sondern immerhin auch um 100.000 Euro Siegprämie. Von 1500 Bewerbern schafften es 150 zum persönlichen Vorkochen vor der Jury. Dort warten zwei Aufgaben: Nach eigenem Rezept innerhalb einer Stunde ein leckeres Gericht kredenzen. So weit, so langweilig. Und: Wer hackt am besten Zwiebeln beziehungsweise grillt das zarteste Steak? Sensationell! Zwölf Kandidaten schaffen es letztlich in das Kölner Koch-Loft. Dort geht es Woche für Woche in verschiedenen Challenges ums Weiterkommen.


Rachs Restaurantschule: In der Real-Life-Doku, welch gruseliges Wort, bietet Sternekoch und Restaurant-auf-Vordermann-Bringer Christian Rach zwölf Arbeitssuchenden im Alter von 17 bis 44 Jahren die Chance auf einen Ausbildungs- oder Arbeitsvertrag in einem neuen Restaurant. Rach lernt die Kandidaten an und entscheidet, wer am Ende zum festen Team gehört. Zur Seite stehen ihm die drei Besitzer des „Slowman“. Und da wir bei RTL sind, kommen natürlich auch die privaten Probleme und Sorgen der Arbeitssuchenden nicht zu kurz. So geht Arbeitsamt heute.

Max Giermann von „Switch Reloaded“ parodiert auf grandiose Art und Weise „Rach, der Restauranttester“

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JURY/AUSBILDER:


Deutschlands Meisterkoch: Bekanntestes Gesicht der drei In-den-Kochtopf-Gucker ist Nelson Müller. Der gebürtige Ghanae, der den lässigen Kumpeltyp in der Jury gibt, betreibt das Restaurant „Schote“ in Essen. Zudem hängt er regelmäßig bei Markus Lanz zum Kochen ab oder mampft sich durch die Gerichte der Kandidaten von „Die Küchenschlacht“ im ZDF. Das am höchsten dekorierte Jury-Mitglied ist Tim Raue. Der zweimal mit einem Michelin-Stern ausgezeichnete Spitzenkoch markiert den fiesen, arroganten Schleifer des Trios. 2008 eröffnete er die Restaurants „MA Tim Raue“, „Uma“ und die „Shochu Bar“ in Berlin. Der dritte im Bunde ist Thomas Jaumann, Küchendirektor vom „Eckart Witzigmann Palazzo“ und der Dinnershow von Jamie Oliver.


Rachs Restaurantschule: Nicht zuletzt Dank der grandiosen Parodie von Max Giermann in „Switch Reloaded“ besitzt Sternekoch Christian Rach inzwischen einen gewissen Kultstatus. Seine mehrfach ausgezeichnete Fernsehsendung „Rach, der Restauranttester“, in der er versucht, heruntergekommene Restaurants vor dem Ruin zu bewahren, beschert RTL regelmäßig beachtliche Einschaltquoten. In seiner Wahlheimat Hamburg betreibt Rach das „Tafelhaus“, die „Cantina Milano“ und seit neuestem den Imbiss „Luzifer“.

„Deutschlands Meisterkoch“-Jurymitglied Nelson Müller ist auch regelmäßig in der ZDF-Kochshow „Die Küchenschlacht“ als Juror zu Gast

FAZIT: Wer tatsächlich noch eine weitere Kochshow im deutschen Fernsehen erträgt, der sollte „Rachs Restaurantschule“ den Vorzug geben. Christian Rach versteht es, mit seiner eigenwillig-sympathischen Art den Zuschauer bei Laune zu halten – da nimmt man auch den einen oder anderen Kandidaten-Totalausfall in Kauf. Kochwettbewerbe à la „Deutschlands Meisterkoch“ hingegen gibt es bereits zu Genüge – und die sind in der Regel weniger aufdringlich und gezwungen als die „größte Kochshow aller Zeiten“ von Sat.1, dafür aber hin und wieder sogar unterhaltsam.

Text: André Depcke