Was veranlasste Künstler in der Vergangenheit auf Reisen zu gehen? Welche Beweggründe gibt es heute? Und welche Auswirkungen hatten diese Reisen auf ihr künstlerisches Schaffen? Auf der Suche nach den Antworten führt der Katalog auf eine Weltreise zu den großen Sehnsuchtsorten der europäischen Künstler quer durch die Epochen vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Ob Dürer in Venedig, Rubens in Rom, Klee in Tunesien, Gauguin auf Tahiti oder van Gogh in Paris: Reiseerlebnisse gelten als wichtige Auslöser für Wendepunkte in den Werken von Künstlern. So vollzog sich z.B. bei Paul Klee auf seiner Reise nach Tunesien, die er mit Macke und Moilliet 1914 unternahm, eine Wende in seiner künstlerischen Entwicklung: er entdeckte den Eigenwert der Farbe. Begierig nahm er die sinnlichen Reize von Licht, Farbe, Musik und abstrakten Zeichen auf. Am 16. April 1914 schrieb Klee in sein Tagebuch: »Das Licht… es dringt so tief und mild in mich hinein, ich fühle das und werde so sicher, ohne Fleiß. Die Farbe hat mich. Ich brauche nicht nach ihr zu haschen. Sie hat mich für immer, ich weiß das. Das ist der glücklichen Stunde Sinn: ich und die Farbe sind eins. Ich bin Maler.«