Roy Stuart nutzt die relative Freizügigkeit der westlichen Welt. Er strebt danach, das Bild von den letzten Tabus zu befreien und aus der konventionellen Darstellung von Sex auszubrechen. Aber mehr noch als das verfolgt er ein künstlerisches Projekt – gleichermaßen erotisch und pornografisch, doch jenseits von Voyeurismus – mit dem er Körper, Verhalten, Triebe oder Wünsche des schönen Geschlechts untersucht. In seinem neuen Buch verfeinert er seine Erkundungen durch einen offeneren, beinah filmischen Ansatz. Es scheint, dass es ihm gelungen ist, Erotik in die Pornogafie zu bringen und umgekehrt. Er verschleiert Themen, vermischt Codes, sorgt für Desorientierung und nimmt Risiken in Kauf, während er sich immer wie ein Künstler verhält, der einen neuen Weg – verschlungen, originell, schwer nachvollziehbar, aber sehr vielversprechend – erkundet. Irgendwo zwischen Pornofilm und purer Erotik, zwischen trivialer Realität und unvollkommenen Träumen sucht und findet er einen dritten Weg.