Von offizieller Seite wurde Bernd Heyden in der DDR gelegentlich als »Müllkastenfotograf« diffamiert. Kein Wunder: der vom Kreis der Fotografen um Arno Fischer geförderte Autodidakt interessierte sich nicht besonders für die Heilsversprechen des Sozialismus. Seine Aufmerksamkeit galt vielmehr dem gewöhnlichen Leben in seinem Kiez, dem Prenzlauer Berg, das er ohne Auftrag und daher völlig ungeschönt fotografierte. Zwischen den zerfallenden Gemäuern links und rechts der Prenzlauer und der Schönhauser Allee, aber auch bei Ausflügen zum Alexanderplatz oder in die halbseidene Welt der Berliner Pferderennbahnen schuf Heyden Porträts und Momentaufnahmen von großer poetischer Kraft. Ihr Gestus ist oft melancholisch, doch zeugen sie auch von viel Humor und einem gehörigen Sinn für Groteskes.