Vom Mittelalter bis zur Französischen Revolution hatten sie noch eine ungleich größere Bedeutung für die Gesellschaft als heute. ›Spectacula‹ waren sie, weil sie wie auf einer Bühne vor Zuschauern aufgeführt wurden und aus dem alltäglichen Handeln feierlich herausgehoben waren. Sie machten jemanden zum König, Bischof, Bürgermeister oder Doktor; sie stifteten ein Bündnis oder sogar Frieden. Indem Rituale den Status einzelner Individuen veränderten, bekräftigten sie zugleich die Beständigkeit der gesellschaftlichen Ordnung. Der opulent ausgestattete Band zeigt 1000 Jahre europäische Ritualgeschichte anhand einführender Beiträge und zahlreichen Abbildungen. Rund 250 hochrangige Kunstwerke internationaler Sammlungen, wie aus dem Kunsthistorischen Museum Wien, dem Victoria & Albert Museum London oder der Bayerischen Staatsbibliothek München, sind erstmalig unter dieser Fragestellung versammelt.