Lebenslang blieb das Geschwisterpaar innerlich verbunden, auch wenn die beiden nach ihrer Kindheit ganz unterschiedliche Wege gingen. Als ihr engster Vertrauter ist Paul zutiefst verletzt, als Camille sich als Künstlerin und Frau dem großen Auguste Rodin zuwendet. Er selbst macht als Diplomat Karriere und wird zu einem der angesehensten Schriftsteller Frankreichs. Bona löst Camille Claudel aus der verengenden Betrachtung als Geliebte Rodins und Paul aus der Festlegung als katholischer Dichter. Durch die Spiegelung von Lebensweg und Werk wird deutlich, wie ähnlich sich die Geschwister waren und wie viele Frauenfiguren aus Pauls Werken als versteckte Porträts seiner Schwester anzusehen sind.