Schon von Weitem hört man sie kommen, die Horde stark angetrunkener Frauen. Auf ihren T-Shirts steht „Letzter Tag in Freiheit“ oder „Jetzt ist Schluss mit lustig“, und eine von ihnen trägt einen Bauchladen.

Junggesellinnen- und Junggesellen-Abschiede sind eine eigenartige Sache. Und haben mittlerweile kaum mehr was mit dem eigentlichen Brauch zu tun: Nämlich dass Braut und Bräutigam jeweils den letzten Abend in Freiheit genießen. Ja, richtig, es geht um Genuss! Damit der nicht zu kurz kommt und die Brautleute trotzdem mit ihren Freunden alte Zeiten aufleben lassen können, bieten sich kleine Ausflüge an: Während Er mit seinen Kumpels eine Mountainbike-Tour durch die Berge macht, fährt Sie mit ihren Freundinnen nach Holland ans Meer. Oder geht klettern.

Ein alter Brauch ist auch das Brautstraußwerfen: Um dem eine eigene Note zu geben, überreicht die Braut als Zeichen der ewigen Liebe den Strauß einfach dem am längsten verheirateten Paar im Raum. Dann gibt es auch keine Tränen, wenn plötzlich alle Frauen im heiratswilligen Alter auf einmal den Raum verlassen.

Léonie Roose