Der Antrag

Diese eine, ganz besondere Frage wurde wohl schon überall gestellt: Auf indischen Elefanten, in Heißluftballons, im Fußballstadion. Immer spezieller, bombastischer und irgendwie absurder werden Heiratsanträge geplant. Aber Bungee-jumpend die großen Worte herauszupressen ist auch kein Garant für ewiges Glück. Und manchmal liegt die Schönheit des Moments eben in einfachen Dingen.

Zum Beispiel, wenn man bei einer Wanderung in den Bergen in Kuhscheiße getreten ist und immer noch Bauchschmerzen vom gemeinsamen Lachanfall hat. Wenn an einem verregneten Sonntag nach der dritten Tasse Tee die entscheidende Frage am Toilettenspiegel steht. Oder beim Picknick auf der Ladefläche des alten Volvos, während vor einem das Meer rauscht. Hauptsache, die Situation birgt ein Überraschungsmoment.

Komisch nur, dass viele immer noch glauben, dass der Antrag vom späteren Ehemann kommen sollte. Tradition oder überholtes Klischee? Mädels: Mut geht vor. Und ein ganz simples „Heiraten wir, Paul?“ ist doch auch irgendwie schön.

Léonie Roose