Frau Zepter, PRINZ verändert sich. Was genau wird sich verändern?
Zunächst einmal öffnen wir PRINZ einer größeren Leserschaft. Wir sprechen Leser im Alter von 20 – 40 Jahren an. Wir stärken den USP von PRINZ, den Serviceteil, in dem wir ihn bündeln. Sie werden diesen Service auf einen Blick im sogenannten „Kompass“ finden. Wir stärken die Regionalität von PRINZ, indem wir den regionalen Teil erweitern. Wir werden journalistischer und in Zukunft verstärkt auf glaubwürdige Themen setzen. Über Reportagen, Interviews. Kurzum, wir werden „magaziniger“.

Schlägt sich das auch optisch nieder?
Wir haben einen neuen Art Direktor: Gunter Schwarzmaier, der zuvor für Neon und die Musikzeitschrift Spex als Art Direktor gearbeitet hat. Wir müssen einen Look bieten, der nicht langweilt, der überrascht und sehr „prinzig“ ist. Schwarzmaier ist dafür perfekt.

Ein Look, der auch jung ist? PRINZ ist ja ein Magazin für junge Städter …
… wie gesagt, fast. Das Alter ist nicht der einzige Richtwert, nach dem Leser definiert werden. Ich sehe unsere Leser vor allem stilistisch definiert. Das heißt, die Leser halten sich altersunabhängig in Milieus auf. Beispiel: Eine neunzehnjährige Studentin und eine neununddreißigjährige Frau in einer Großstadt leben in einer ähnlichen „Konsumwelt“. Sie tragen häufig die gleiche Jeans, kaufen die gleiche Kosmetikmarke, sehen die gleichen Kinofilme. Ich möchte deshalb Leser ab dreißig nicht ausladen. PRINZ-Leser sind Städter zwischen 20 – 40 Jahre. Neugierig, offen, sicher auch verwöhnt und anspruchsvoll. Eigentlich die ideale Leserschaft.

Ich darf annehmen, Sie sind auch anspruchsvoll und schnell gelangweilt?
Absolut. Natürlich verlange ich von einer Zeitschrift, dass sie mich nicht nur informiert, sondern auch unterhält. Mehr noch, ich möchte, dass sie mir hilft. Mich leitet. Gerade in einer Zeit, in der das Internet und kostenlose Magazine PRINZ Konkurrenz machen. In einer Zeit, in der jede Information verfügbar ist, brauche ich ein Medium, das eine Meinung hat, Informationen sortiert und ordnet. Denn letztlich möchte ich doch jemanden, dem ich vertrauen kann.

Wie wollen Sie diese Leser überzeugen?
Näher ran gehen. Was denkt, fühlt und lebt der Leser? Authentisch bleiben. In der Sprache und Bildwelt des Lesers zuhause sein. Modern sein. Zeitlich nah dran sein. Was passiert jetzt? Ich bin selbst eine zweiunddreißigjährige Städterin, stecke sozusagen mittendrin in der Zielgruppe.

Gute Unterhaltung schafft aber noch kein Vertrauen.
Glaubwürdige Informationen schaffen Vertrauen. Man darf den Leser weder in die Irre führen, noch ihm irgendetwas andrehen. Das schadet dem Blatt und im Zweifel dem Werbekunden. Eine starke Marke schafft Vertrauen. PRINZ ist im nächsten Jahr seit 20 Jahren erfolgreich am Markt. Mit guter Unterhaltung erreichen Sie dagegen Begehrlichkeit. Das ist doch das, was wir wollen: Leser, die begehrlich darauf warten, dass der neue PRINZ am Kiosk erscheint.

Wollen ja. Aber wie erreichen?
Ich glaube, dass Sie den Lesern jeden Monat verbindlichen Service liefern und aufs Neue überraschen müssen. Sie müssen als Leser denken: Was hat sich PRINZ wohl diesen Monat ausgedacht? Welches Thema ist auf dem Titel? Welche Filme, Konzerte, Restaurants werden dieses Mal die Lieblinge der Redaktion sein? Außerdem müssen sie als Zeitschrift mit einer Haltung überzeugen. Wir sind selbstbewusst, ohne die Selbstironie zu verlieren. Wir sind neugierig, offen und fair. Wir verstellen uns nicht, sind authentisch. Das Beste aber ist: PRINZ erscheint in 13 Städten. Es ist ein regionales Magazin mit nationalem Anspruch. Wir können die Leser viel direkter erreichen, weil wir einer von ihnen sind, in jeder Stadt.

Das neue Konzept in drei Sätzen?
PRINZ weiß, was morgen passiert.
Wir sind das Magazin für urbane Lebenskultur.
Wir lieben die Stadt.