Sonic, ursprünglich sollten Sie ja ein Hase werden. Wie fühlt es sich an, zweite Wahl zu sein?
Das habe ich längst überwunden. Die Idee mit dem Hasen hat das Entwicklerteam schnell verworfen. Mit zunehmender Geschwindigkeit des Spiels brauchte man einen Charakter, der da mithalten kann. Mein Erfinder Yuji Naka hatte einige Jahre zuvor eine Figur entwickeln wollen, die sich zur Kugel einrollen kann. Dazu kam es aber nie. Als ihm einfiel, dass Igel das ja können, war der Hase aus dem Rennen.

Einen großen Teil Ihres neuen Titels „Sonic Unleashed“ bestreiten Sie als lahmer Werwolf-Igel. Musste das sein?
Es ist nicht einfach, es allen recht zu machen. Aber glauben Sie mir: Nach ein paar Hochgeschwindigkeitslevels werden Sie froh sein, Ihren Augen eine Pause gönnen zu können.

Seit 18 Jahren rennen Sie nun schon am Ende des Spiels gegen denselben Gegner an. Wir langweilen uns.
Kontinuität ist in der Videospielwelt wichtig. Das gilt besonders für Erzfeinde. Außerdem bin ich hoch motiviert, schließlich hat dieser Doktor Robotnik meine Eltern in Maschinen verwandelt. Aber im Frühjahr trete ich zur Abwechsung gegen einen schwarzen Ritter an.

Anlässlich der Olympischen Spiele gab es das erste Spiel, in dem Sie auf Nintendos Mario treffen. Wie kam es zur Versöhnung mit dem ewigen Konkurrenten?
In den Neunzigern waren wir die Maskottchen der größten Konsolenhersteller. Wir standen für den Kampf der Systeme, Nintendo gegen Sega. Ein gemeinsames Spiel? Eher hätte es einen Stallone/Schwarzenegger-Film gegeben. Nachdem sich Sega aus dem Konsolenmarkt zurückgezogen hatte, brauchten meine Spiele neue Plattformen. Die Zeiten haben sich geändert. Da reicht man selbst einem pummeligen Klempner die Hand.

Sascha König