Künstler sind eine seltsame Spezies. Gavin Watson macht da keine Ausnahme. Denn der Ausnahmefotograf, der 1994 mit „Skins“ auch prominente Berufsgenossen wie Terry Richardson nachhaltig beeinflusste, saß jahrelang auf einem Schatz unveröffentlichter Fotos, die jetzt als „Lost Archives 1978-1985“ von der englischen Arbeiterklasse der Achtziger erzählen.

Watson war selbst Teil der Jugendkultur, die er beobachtete, als diese Bilder entstanden. Schließlich wird hier der Alltag seiner eigenen Freunde und Verwandten im Provinzstädtchen Wycombe dokumentiert, was eine einzigartige Distanzlosigkeit garantiert.
Der Betrachter entwickelt eine fast zwangsläufige Sympathie für die Protagonisten. Ihre rebellische Energie steckt an, zumal sie immer wieder um romantische Momente erweitert wird. Man träumt sich nicht unbedingt in die Zeit, aus der die Bilder stammen, wenn man dieses Buch ansieht. Aber man saugt ihre Geschichten auf.