Manchmal, wenn ich einen Text von mir lese, ihn wieder lese, bevor ich ihn, zum Beispiel, abschicke, weil ein Redakteur auf ihn wartet, bleibe ich an einem „und“ hängen. Dieses „und“ ist nicht mein „und“. Es ist geklaut. Oder geborgt. Das klingt freundlicher. Geborgt aus einer Art zu erzählen, die ich kannte, bevor ich wusste, dass ich irgendwann selber Texte schreiben würde und bevor ich wusste, dass man über diese Texte nachdenken kann.

Das „und“ stammt von einer Schallplatte, auf der ein Mann abgebildet ist, der ein braunes Jackett trägt, der vor einem Eisenbahnwagen steht und der seine „Kindergeschichten“ liest. Und in meinem Kopf klingen sie wieder, diese Geschichten, von denen Peter Bichsel behauptet, sie seien für Kinder. Er hat Recht, weil ich sie als Kind mochte, und er hat nicht Recht, weil ich sie immer noch mag. Dass ein Tisch ein Tisch ist, wird da erzählt, dass es Amerika nicht gibt und dass nur Erfinder etwas erfinden können, auch wenn es ihre Erfindung schon gibt.

Peter Bichsels „Kindergeschichten“ sind traurige Geschichten. Auch das mag ich an ihnen. Vor allem aber mag ich an ihnen, dass sie etwas vom Geschichtenerzählen erzählen. Ohne dass man es merkt. Ich schicke den Text ab. Und freue mich, dass es Peter Bichsel gibt und seine Geschichten. Und ich freue mich, dass ich viel von ihm gelernt habe. Es ist wie ein guter Song, der dich durchs Leben begleitet und zu einem Teil von dir wird.