Die Auswahl von rund 80 Werken aus der Graphischen Sammlung des Städel Museums bietet ein epochenübergreifendes Zusammenspiel von Aquarellen des 15. Jh. bis in die Gegenwart. Damit ist sie repräsentativ für das heutige Sammlungsprofil der 1816 von Johann Friedrich Städel in Frankfurt am Main gestifteten Institution. Den meisterhaften Umgang mit dem Pinsel und den wasserlöslichen, lasierenden Farben belegen Entwürfe zu Glasfenstern und Deckengemälden, Kopien von Mosaiken und Architekturvisionen von Dürer über Giovanni Battista Tiepolo bis zu Leo von Klenze. Naturalistisch aufgefasste Pflanzen von Sibylla Merian und Odilon Redon stehen neben Aquarellen der heimischen wie exotischen Tierwelt von Jan van Huysum und Aart Schouman. Landschaftsstudien zeigen das Italien der Romantiker, die Lofoten E. W. Nays und die Schweizer Bergwelt Kirchners. Ein Höhepunkt der Sammlung ist ein Aquarell Cézannes, der mit seiner Auffassung der Technik der Moderne den Weg bereitete. Nach Nolde und Schmidt-Rottluff ist das vom Gegenstand losgelöste Informel der Nachkriegszeit durch Karl Otto Götz vertreten, aber auch Claes Oldenburg, als Vertreter der Popart, wählte das Aquarell, um seinen unwirklichen Bilderfindungen eine adäquate Gestalt zu verleihen.