Haarlem war in der ersten Hälfte des 17. Jh. ein blühendes Zentrum der Kunst und Frans Hals seine überragende Künstlergestalt: Die Stadt wurde besonders durch ihn zur Wiege einer neuen Malerei und trug damit grundlegend zu dem künstlerischen Aufschwung bei, der zurecht als »Goldenes Zeitalter« Hollands gepriesen wird. Die neue Bürger-Elite entwickelte eine Vorliebe für Themen, die das eigene Umfeld spiegelten und für jedermann verständlich waren. Das Interesse galt der Landschaft in der Umgebung von Haarlem und den Stadtansichten mit ihren Gebäuden und Kirchen. Porträts und Prunkstilleben, die den wachsenden Wohlstand demonstrierten, waren ebenfalls beliebt und belegen das Selbstbewußtsein der neuen Auftraggeber. Auch Genrebilder mit fröhlichen Gesellschaften und erheiternden Dorfsszenen wurden nun populär und in der Unterschiedlichkeit städtischer und ländlicher Lebensformen sah sich das Bürgertum nur zu gerne in seinem Erfolg bestätigt. Seestücke, die den Wagemut einer Handelsnation feierten, zierten von nun an Salons und Kontore. Pieter Biesboer, der ehemalige Direktor des Frans Hals Museum in Haarlem, macht das Katalogbuch in seiner Vielfalt der Themen und ihrer nuancenreichen Darbietung zu einem Kaleidoskop der holländischen Malerei zu ihrer glanzvollsten Zeit.