Dieses rohe Wunderwerk der Natur, der größte seiner Art, gewaltig, mit seinen silbernen Tälern, Kegeln und seinen türkisblau leuchtenden Spalten verschwindet doch nicht so einfach. Und doch, er ist eben nicht unsterblich, der fast 4200 Meter hohe Riese, der mit rund 23 Kilometern längste Eisstrom der Alpen ist und in seinem Zentrum, am Konkordiaplatz, eine Eisdicke von 900 Metern hat. Schon vor acht Jahren hat ihn die Unesco zum Welterbe erklärt, doch davon ungerührt zieht sich der Aletsch zurück. Allein 2005/2006 ist er um mehr als 110 Meter geschrumpft. Schreite der Klimawandel weiter in diesem Tempo voran, so ein Sprecher von Greenpeace, blieben von den meisten Gletschern nur noch schwarze Geröllhalden übrig. Im Fall Aletsch dauere es allerdings noch etwa 300 Jahre.