Und an diesem doch denkwürdigen Ort wurde heute Nacht auch schon ausgiebig die Rückkehr des „verlorenen Sohnes“ gefeiert. Man fühlte sich bei der futuristischen Video-Animation tatsächlich ein klein wenig wie im Kreise seiner Sektenjünger. Einer sehr großen Sekte wohl bemerkt.

Aber ich muss dringend noch erzählen, wie wir in die Terminalhalle gekommen sind, nämlich nicht etwa schnöde durch den Haupteingang. Nein, wir nahmen den Bus-Shuttle, der nach zwanzig Minuten Fahrt um’s Flughafengelände herum einmal Flugzeug spielen durfte. Ja, ehrlich. Auf der Start- und Landebahn stoppte der Bus abrupt, die Lichter gingen aus und es röhrte. Der Busfahrer freute sich, Pilot sein zu dürfen und gab Vollgas. Lustige Aktion!
Die nächste Überraschung dieser Party, die als „The Future“ tituliert wurde, war die riesige Video-Animation, die eben auch ganz futuristisch angelegt war. Als uns Karl-Heinz Müller und Wowi (stilecht mit Roter-Rathaus-Animation im Hintergrund) von der Leinwand aus ihre Botschaften schickten, war die Menge regelrecht verzückt.
Und als dann noch der Vorhang fiel und die Editors auf der Bühne loslegten, war’s um diejenigen geschehen, die bis dahin nur von perfekter und nicht eben bescheidener Selbstinszenierung gesprochen haben.

Erst am Dienstagabend wurde beschlossen, dass Berlin, Tempelhof und die Bread & Butter eine perfekte Symbiose ergeben, wie Karl-Heinz Müller am Mittwochmorgen auf der Pressekonferenz erklärt. Mindestens 60.000 qm sollen in Tempelhof genutzt werden, von den Hangarflächen bis zu den Flugfeldern.

Es soll schon ab Sommer die führende Leitmesse sein, der Kick-Off, die Messe schlechthin. Mal sehen, was die Herrschaften der PREMIUM dazu zu sagen haben. Klingt jedenfalls schon ziemlich überheblich.
Ich bin allerdings auf der Bread & Butter nie gewesen. In Barcelona soll sie rund 100 Millionen Umsatz in die Stadt gebracht und über 80.000 Fachbesucher angelockt haben.
In Berlin will man das noch übertreffen. „Es wird drei Tag lang ein Riesenfest sein“, tönte Herr Müller.
Naja, wenn’s nur ein halb so gutes Fest wird wie gestern Abend, dann freu ich mich riesig auf die Bread & Butter im Juli.

Danach ging es noch für einen Absacke (ein Glas Wasser! Ich habe schließlich noch einiges vor mir) in’s Sternberg-Theater in die Spielbank Berlin. Da war ich noch nie. Schon allein deshalb lohnte sich’s ja, die offizielle Opening Party der MBFWB 2009 (Mercedes Benz Fashion Week Berlin) mal anzuschauen. Allerdings war mir nach so viel beeindruckendem Spektakel sowieso klar, dass da wohl keine Party mehr kommt, die das Erlebte auch nur annähernd toppen kann. Dem war dann auch so. Die Party war noch ziemlich voll, als wir aus dem Aufzug raus kamen. Der DJ legte laute Party-Platten auf und die anwesende Modemenge feierte ordentlich. Wie es sich für den Start der Fashion Week eben gehört.

Jetzt flitze ich gleich zu Schumacher los, der ersten Modenschau am Bebelplatz. Start um 11 Uhr. Bis später…