Hilde, Effi und Co.
Dass sie ganz passabel singen kann, hat Heike Makatsch schon vor Jahren in „Männerpension“ bewiesen. Nun ist sie die Knef, spielt die Hauptrolle in „Hilde“. Dieser Film wird eine der immerhin 10 Weltpremieren des Berlinale Special sein. Einer Reihe, bei der es zwar keine Preise zu gewinnen gibt, die aber dennoch Exklusivität genießt: Neue Produktionen herausragender Filmemacher werden hier vorgestellt, Berlinale-Chef Dieter Kosslick hat fleißig mitentschieden bei der Auswahl. Die Vorführungen im Friedrichstadtpalast versprechen besonders aufregend zu werden; allabendlich um 21 Uhr werden dort Special-Filme im Rahmen von Galas präsentiert. So wird am 9.2. der Produzent Günther Rohrbach mit einer Berlinale Kamera geehrt, bevor dann Julia Jentsch als „Effi Briest“ für einen Skandal in der ehrbaren Gesellschaft sorgt. Jene Kamera wird seit 1986 vergeben, Altmeister Claude Chabrol ist in diesem Jahr ein weiterer Preisträger. Vor 50 Jahren erhielt er einen Goldenen Bären bei den Filmfestspielen, „Les Cousins“ (Schrei, wenn du kannst) war 1959 der erste Film der Nouvelle Vague auf der Berlinale. Chabrol indes erhält im Cinema Paris seinen Preis, am 8.2. ab 21.45 Uhr, Charaktervisage Gérard Depardieu ist einer der Hauptdarsteller in dem im Anschluss präsentierten neuen Chabrol-Film „Bellamy“.
„An Education“ von Lone Scherfig dürfte ein weiteres Highlight des Berlinale Specials werden; die Regisseurin feierte mit „Intalienisch für Anfänger“ einen der größten Erfolge des dänischen Kinos. Nick Hornby lieferte das Drehbuch zu der Geschichte eines 16-jährigen Mädchens, das vom Leben in der Vorstadt total angeödet ist. Das Langzeitfilmprojekt „Berlin – Ecke Bundesplatz“ von Detlef Gumm und Hans-Georg Ullrich wird tatsächlich auch am Bundesplatz, im Kino Cosima, präsentiert. 1985 wurde diese Dokumentation begonnen, exemplarische Lebensläufe von Bewohnern des Platzes werden hier vorgestellt. Die Dynamik und die Veränderungen der Stadt suchte Kameramagier Michael Ballhaus „In Berlin“. Überhaupt sind auch im Special erstaunlich viele deutsche Produktionen zu finden, Florian Gallenberger stellt „John Rabe“ vor mit Ulrich Tukur und der sagenhaften Dagmar Manzel, in „Pink“ gibt Hannah Herzsprung eine junge Dichterin.