Eine Freundin hatte beeindruckend schnell abgenommen: sechs Zentimeter weniger an der Hüfte, drei am Oberschenkel und einer an den Knien in vier Wochen. Dieser Hypoxi- Therapieerfolg weckte auch mein Interesse. Als Mann schert mich der Umfang meiner Knie herzlich wenig – der Bauch muss weg. Schnelle Ergebnisse durch leichtes Training? Genau mein Ding. Im Hypoxi-Studio zwänge ich mich in eine Art Taucheranzug. Aber hatte meine Freundin nicht etwas von überdimensionalen Plastikeiern erzählt, in denen man entspannt radelt? „Die sind für weibliche Problemzonen“, klärt man mich auf. Mich führt meine Mission im hautengen Fitnesskostüm auf den Crosstrainer.

Über Schläuche wird der integrierte Noppengürtel an ein Gerät angeschlossen, das meinen Bauch abwechselnd Über- und Unterdruck aussetzt. Die vereinfachte Theorie der Methode: Durchblutetes Fett schmilzt schneller. Mit dem Charme eines Beatmungsgeräts saugt und pustet der Anzug, während ich meine Herzfrequenz eine halbe Stunde lang konstant auf 150 halte. Im Prinzip ist das alles: leichtes Training, den Rest erledigt der Druck. Gefällt mir. Wieder herausgepellt, ereilt mich der unschöne Anblick: Shirt nicht in die Hose gesteckt! Mein Fehler. Die Saugnoppen konnten sich direkt auf der nackten Haut festbeißen. Aber nun sieht man wenigstens, dass ich etwas für meine Figur getan habe. Ganze zwei Tage lang, bevor sich der Schildkrötenpanzer in einen Bauch zurückverwandelt. Einen etwas kleineren Bauch.
Sascha König