Mario, wie fühlt es sich an, zweite Wahl zu sein?
Dass ich nur erfunden wurde, weil Nintendo die Lizenzrechte für Popeye nicht bekam, hat eine Weile an meinem Ego gekratzt. Inzwischen ist aber alles molto bene. Ich bin die beliebteste Videospielfigur der Welt mit geschätzten 300 Millionen verkauften Spielen. Nennen Sie mir einen Popstar, der so viele Alben abgesetzt hat.
Michael Jackson. Na gut. Aber mein Image ist besser.
Haben Sie im Beruf des Zimmermanns keine Zukunft gesehen?
Für meinen ersten Auftritt in „Donkey Kong“ gab mir mein Erfinder Shigeru Miyamoto den Namen „Jumpman“. Ich konnte springen und hämmern. Nicht gerade ein scharfes Profil. Später wurde ich zum Italiener Mario, da der Vermieter eines Nintendo-Gebäudes, Mario Segali, mir ziemlich ähnelte. In meinem ersten eigenen Spiel musste ich Rohre von Schildkröten befreien. Da lag der Jobwechsel nahe. Eine gute Entscheidung.
Geht Ihnen das Niedliche an Ihren Spielen nicht selbst auf die Nerven?
Ich kann auch anders. In „Super Mario Sunshine“ beispielsweise habe ich einer mutierten Pflanze die Arme ausgerissen. Die sind ihr natürlich gleich nachgewachsen. Gewalt und Sex überlasse ich anderen. Wo ich schon dabei bin, noch ein ernst gemeinter Rat an die Bambini: Pilze verhelfen wirklich nur in Videospielen zu Superkräften.
skö