Eine knapp fünfzig Quadratkilometer kleine Insel vor Sardiniens Nordostküste soll Anfang Juli garantieren, was dem G8-Gipfel in Heiligendamm aus Sicht mancher Staatschefs fehlte: Ruhe und Abgeschiedenheit, um ungestört an den Rädern der Weltpolitik zu drehen. Damit die Debatten über Finanzkrise, Hungersnöte und Klimaschutz auch wirklich nicht von außen unterbrochen werden, wird die Insel komplett geräumt und zur Hochsicherheitsfestung ausgebaut. Schließlich soll nichts mehr an den letzten italienischen G8-Vorsitz erinnern, als 2001 in Genua ein Demonstrant erschossen wurde. Wer daher an La Maddalenas Stränden (oder an denen der umliegenden Inseln des naturgeschützten Archipels) noch ungestört sein Badehandtuch ausbreiten will, ohne verhaftet zu werden, muss sich ranhalten. Immerhin trübt nach der Auflösung des US-Marinehafens auf der Nachbarinsel Santo Stefano vor einem Jahr nichts mehr das mediterrane Wasser – bis zum Gipfeltreffen.