Sind Zombies so übel wie ihr Ruf?
Eins vorweg: Ich bevorzuge den Begriff Untoter. Mit Zombies verbindet man etwas Archaisches, doch wir sind nicht urtümlicher als der Rest der Gesellschaft. Uns fehlt einfach die Lobby. Seit Jahren sind wir die Buhmänner der Medien. In Filmen, Videospielen und Büchern werden wir verunglimpft. Dabei haben es einige zu etwas gebracht. Einer hat es an die Spitze der Charts geschafft. Heute leidet er unter einer Pigmentkrankheit, zuletzt fiel ihm auch noch die Nase ab.

Haben Sie schon daran gedacht, eine Interessenvertretung zu gründen?
Es gab derartige Bestrebungen. Gemeinsam mit den ebenfalls gebeutelten Aliens wollten wir eine Gewerkschaft gründen. Das Vorhaben scheiterte jedoch an der totalen Resignation der Teilnehmer. Viele meiner Kollegen haben den letzten Funken Lebensmut verloren.

Sie selbst sind ja gut im Geschäft.
Das stimmt. Gerade habe ich die Arbeiten zu „Resident Evil 5“ in Afrika abgeschlossen, in dem ich eine tragende Rolle spiele. Die Arbeitsumstände waren allerdings unerträglich. Die Sonne brannte mir die letzten Fetzen Haut vom Schädel, hinzu kamen Ladungen von Schrot in meinem Hintern. Als Gage wurde mir Zahnersatz angeboten. Haben sie je einen Untoten mit strahlend weißen Zähnen gesehen? So wird meine ohnehin ramponierte Seele auch noch der Lächerlichkeit preisgegeben.
sh