Wo sitzen eigentlicht die Implantate bei einer Brust-OP? Sie werden entweder hinter dem Brustmuskel (submuskulär) oder vor dem Muskel und hinter der Brustdrüse (subglandulär) platziert. Die erste Methode eignet sich besser für sehr schlanke Patientinnen mit kleiner Brust und dünner Haut, da das Brustkissen hinter der Muskelschicht weniger sichtbar und fühlbar ist. Allerdings hat die Patientin nach diesem Eingriff meist größere Schmerzen, weil sich der Brustmuskel durch das Implantat dehnen muss. Die Platzierung vor dem Muskel eignet sich für Frauen mit größeren und weniger straffen Brüsten. Einige Ärzte kombinieren auch beide Methoden und setzen die Implantate zum Teil vor und hinter den Muskel.

Auslaufsicher: Das Silikongelimplantat
„Nicht nur die Platzierung, auch die Art und Größe des Implantats sind entscheidend für die Natürlichkeit des Aussehens“, sagt Hofmann. Am häufigsten werden heute Silikongelimplantate eingesetzt. Sie haben eine reißfeste Hülle aus Silikon und sind mit extrem stabilen Silikongel gefüllt, das sich wie eine normale Brust anfühlt. Es kann nichts „auslaufen“ oder „platzen“ – theoretisch kann man sie sogar in Scheiben schneiden.

Hochwertige Implantate verwenden
„Hochwertige Implantate aus Silikon und anderen Materialien können ein Leben lang im Körper verbleiben, wenn keine Kapselfibrose mit Verhärtung und Verformung der Brust einen Austausch erzwingt“, bestätigt Kollege Dr. Rolf Vohs, Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie der Moser-Kliniken. Man sollte deshalb vor der Entscheidung für eine Beauty-Klinik darauf achten, dass nur Qualitäts-Kissen verwendet werden. Gerade bei vermeintlichen Schnäppchen sollte man aufpassen. Oft werden minderwertige Implanatate verwendet; Kosten für Anästhesie, stationären Aufenthalt oder Nachsorge werden extra berechnet.

Die Alternative: Kochsalzimplantate
Seltener werden heute mit Kochsalz gefüllte Silikonkissen verwendet. Denn die Kochsalz-Kissen halten maximal zehn Jahre und können bei Bewegungen gluckern. Darf’s ein bisschen mehr sein oder doch lieber weniger? Es gibt Kochsalz-gefüllte Implantate, die in den ersten sechs Monaten nach der OP mithilfe eines abnehmbaren Einfüllschlauches aufgefüllt oder entleert werden können. Wichtig: Alle Implantate sollten einmal im Jahr vom Operateur kontrolliert werden.

Individuelle Anpassung
Vor der Entscheidung für das passende Implantat analysiert der Arzt wichtige Faktoren wie Dicke des Gewebes, Asymmetrien der Brüste oder Größe der Warzenhöfe. Nicht jede Implantatform und -größe, die sich die Patientin wünscht, ist die richtige für ihren Körper. Sie sollte ihren Arzt auch darüber informieren, wenn sie schwanger werden will oder ihr Gewicht häufig schwankt. Noch während der OP kann der Arzt mit Testimplantaten, und indem er die Patientin in verschiedene Positionen bringt, die perfekte Größe und Form bestimmen.

Rund oder tropfenförmig
Es gibt Einlagen in runder oder tropfenförmiger Form in unterschiedlichen Größen von 60 bis 400 Kubikzentimern. Ein normales Silikonimplantat wiegt rund 250 Gramm. Runde Kissen betonen den oberen Teil der Brust. Im Stehen verformen sie sich zu einer natürlichen Tropfenform. Im Liegen werden sie wie die natürlichen Brüste etwas runder und flacher. Implantate in Tropfenform (anatomische Implantate) betonen das untere Brustdrittel und behalten stets ihre Form. Im Stehen oder Sitzen entsprechen sie der natürlichen Brustform, in anderen Positionen wie im Liegen oder Kopfstand (da ragen sie eher gen Himmel) nicht. Deshalb werden diese Implantate meist nur bei bestimmten Brustformen wie der schlauchförmigen Rüsselbrust oder bei einer Wiederherstellung der Brust verwendet.

Glatt oder rau
Auch die Hüllen der Kissen variieren von glatt bis strukturiert. Implantate mit glatten Oberflächen haben eine etwas weichere Hülle und sind deshalb durch die Haut weniger spürbar. Bei leicht aufgerauten Oberflächen verringert sich das Risiko einer Kapselfibrose, also einer Gewebeverhärtung um das Implantat.
Kathrin Kunterding