Dreißig Millonen Dollar kostete die PR, um dem südrussischen Sotschi im Juli 2007 den Zuschlag für die Ausrichtung der Olympischen Winterspiele 2014 zu sichern. Bisher ist das aber die einzige Investition. Im beliebtesten Badeort des Landes – 25 Grad Celsius Wassertemperatur, trotzdem schneebedeckte Hänge im umliegenden Gebirge bis in den Juni – steht bisher noch keine einzige Austragungsstätte. Um die Stadt fit zu machen für Olympia, werden schätzungsweise zwölf Milliarden Dollar fällig. Mit dem Geld wird das größte zusammenhängende Naturschutzgebiet Europas bebaut. Neben dem olympischen Dorf entstehen eine Bahnlinie, Stadien, Hotels und was man eben so braucht für Olympische Winterspiele. Die Bebauung eines Nationalparks ist zwar nach russischem Recht nicht erlaubt, aber das Moskauer Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung löste das Problem auf sehr russische Art: Der Nationalpark Sotschi habe „freiwillig“ auf Teile seines Gebiets zu verzichten.