Der Fortschritt hat gesiegt. Vergangenes Jahr lief Polaroids letzter Sofortbildfilm vom Band, die Vorräte sollen sich noch in diesem Jahr erschöpfen. Freunde der Entschleunigung können sich mit Polaroids Minidrucker „Pogo“ trösten. Mit ihm lässt sich „Schere, Stein, Papier“, die zweitschnellste Entscheidungshilfe nach dem Münzwurf, als spannender Nervenkrieg inszenieren. Und das geht so: Zwei Kontrahenten machen mit ihrem Handy Fotos von einer Faust (Stein), einer Hand mit gespreiztem Zeige- und Mittelfinger (Schere) und einer Handfläche (Papier). Von drei herunterzählen und zeitgleich eines der Bilder per Bluetooth oder USB-Kabel auf den kartenspielgroßen „Pogo“ schicken. Dann beginnt das Warten. Es surrt, es brummt, und nach rund 60 Sekunden liegt die Entscheidung als paninibildgroßes Abziehbild vor. Dreißig Runden lassen sich mit einer Fotopapierpackung für etwa zehn Euro spielen. Zusatzkosten entstehen dank tintenloser Drucktechnik nicht. Die Farbpigmente sind bereits in das Papier eingearbeitet, der Sofortbilddrucker bringt sie mittels integrierter Heizplatte auf die richtige Temperatur. Der Nostalgie wegen kann man die „Hände“ natürlich auch schütteln. Bringt aber heute wie damals rein gar nichts.
skö