Sie haben Tokio gerade vor einer Horde Monster gerettet. Wie fühlt man sich als Held der Nation?
Das war eine Sache der Ehre für mich. In der japanischen Geschichte sind wir im Vergleich zu den Samurais bisher schlecht weggekommen. Sie sind die strahlenden Helden, wir gelten gemeinhin als ehrlos und hinterfotzig. Weil wir unser Gesicht nicht zeigen, denken die Leute, wir hätten etwas zu verbergen. Dabei finden wir den Look einfach nur lässig.
Das scheint man in Hollywood ähnlich zu sehen. Dort wurden Ihnen mehr Filme gewidmet als in Ihrem eigenen Land.
Pah, das ist eine sehr zweifelhafte Ehre. In den meisten Streifen werden wir als wild herumfuchtelnde Epileptiker dargestellt, was vor allem auf die Grobmotorik untalentierter Schauspieler zurückzuführen ist. Ein Michael Dudikoff besitzt eben nicht die Grazie eines Ninjas. Eine Beleidigung für jede Netzhaut. Immerhin bekamen wir in diesem Zuge zahlreiche Lizenzanfragen für unsere Outfits. Das Ergebnis kennt jeder: den Kapuzenpullover.
Dann haben Sie ja sozusagen das Slackertum mitbegründet. Sind Sneaker auch auf Ihrem Mist gewachsen?
Ja, ein paar von uns wurden aufgrund ihrer Erfahrungswerte an der Entwicklung beteiligt. Ich möchte aber keine Schleichwerbung betreiben.
Apropos schleichen. Nervt es Sie, dass Videospielcharaktere wie Solid Snake oder Sam Fisher Sie dreist kopieren?
Solche Typen sind nur Geiseln einer hochtechnisierten Gesellschaft. Ohne GPS finden die doch nicht mal den Weg zur Toilette. Wir hingegen verfügen über den siebten Sinn, ahnen Gefahr und stellen uns ihr, wie in „Ninja Blade“, mutig entgegen.
sh