Die 30-jährige Sandra ließ sich ihren Busen vor drei Jahren straffen und verkleinern. Seit ihrer Pubertät litt sie unter ihrer großen Oberweite. „Ich hatte Körbchengröße E. Mein Riesenbusen war für mich wie ein Fremdkörper. Ich hatte Rückenschmerzen und Komplexe.“ Sandra ließ sich in einer dreieinhalbstündigen Operation unter Vollnarkose aus ihren großen hängenden Brüsten straffe C-Körbchen formen und freut sich seitdem an ihrem neuen Körpergefühl. Die schlanke Frau mit Konfektionsgröße 38 über ihre harmonischen Proportionen: „Ich kann mir endlich Kleider kaufen, die auch oben herum passen. Oder einfach mal ein enges T-Shirt zur Jeans tragen, ohne dass mich alle wie einen Pornostar anstarren.“

Die Krankenkasse zahlt selten
„Ein zu großer Busen führt häufig zu Verspannungen, Bandscheibenschäden und Exzembildungen unter den Brüsten. Wir empfehlen schon ab Körbchengröße Doppel-D eine Brustverkleinerung“, sagt der plastische Chirurg und Experte für Brustverkleinerungen Dr. Rolf Vohs, Chefarzt der Moser-Kliniken. Obwohl dieser Eingriff also häufig gesundheitliche Gründe hat, müssen ihn die Patientinnen in der Regel selbst bezahlen. Es liegt im Ermessen der Krankenkassen, bei nachvollziehbarer körperlicher und seelischer Belastung die Kosten zu übernehmen. Ist dies der Fall, zahlt sie übrigens für den kompletten Eingriff rund 600 Euro, also ein Zehntel des Betrags, den Privatpatienten zahlen.

Die Techniken im Überblick
1. Die Lejour-Technik
Bei der reinen Verkleinerung ohne zusätzliche Straffung verläuft der Schnitt in Kreisform um die Brustwarze und führt senkrecht über die Brust zur Brustumschlagfalte (Lejour-Technik). Er ist geeignet, wenn nicht zu viel Gewebe entfernt werden muss.

2. Die Benelli-Technik
Bei der so genannten Benelli-Technik wiederum wird lediglich ein kreisrunder Schnitt um die Brustwarze gesetzt. Nachteil: Die Brust wird flacher. Deshalb kommt diese Technik meist nur bei sehr spitzen Brüsten zum Einsatz.

Die L- oder T-Technik
Die ältere L- oder T-Technik ähnelt der Lejour-Technik, beinhaltet aber einen zusätzlichen waagerechten Schnitt in der Brustumschlagfalte. Diese Methode ist besonders für große Brüste oder stark herabgesunkene Brustwarzen geeignet.

Bei Sandra wurde der Busen mit der L-Technik verkleinert und gestrafft. Sie musste anschließend acht Wochen lang Tag und Nacht einen Kompressions-BH tragen und auf Sport verzichten. Das war für sie kein Problem: „Ich habe damals ohnehin wenig Sport gemacht, weil meine Brüste so schwer waren. Aber es war ungewohnt, dass mein Busen auf einmal so hoch saß.“ Sandras Busen sitzt heute längst an der richtigen Stelle. Die vom Chirurgen absichtlich etwas höher angesetzten Brüste sanken schon nach ein paar Monaten auf Normalniveau. Feine Narben wird sie ihr Leben lang behalten.
Kathrin Kunterding