Hasankeyf liegt in der südöstlichen Türkei – und vielleicht bald unter Wasser. Die mehrere tausend Jahre alte Stadt soll einem riesigen Damm weichen, der den Tigris vor der Grenze zu Syrien und dem Irak stauen und Teile der Türkei mit Strom versorgen soll. Obwohl die antike Stadt bereits 1978 vom türkischen Kulturministerium unter Denkmalschutz gestellt wurde, begannen im August 2006 die Arbeiten, und im Dezember 2008 wurden sie sogar intensiviert. Der World Monuments Fund, der sich um den Erhalt kultureller Zeugnisse der Menschheitsgeschichte kümmert, setzte die Stadt im selben Monat auf die Liste der 100 bedrohtesten Orte der Welt. Dabei hat Hasankeyf seit der Frühsteinzeit Dutzende von Zivilisationen überstanden. Möglicherweise geht es beim Bau des Dammes aber um mehr als Strom: Hasankeyf muss untergehen, weil die türkische Regierung durch den Stauseebau die kurdischen PKK-Rebellen um eine Rückzugsmöglichkeit bringen will.