Nach diesem Auto dreht sich jeder um: Lumina Orange nennt Seat die Farbe, in der mein Testfahrt-Leon lackiert wurde. Ich hatte bislang immer geglaubt, dieser Ton sei exklusiv für die städtische Straßenmeisterei und Baufahrzeuge reserviert. Aber die Warnlackierung ist ein guter Schachzug, denn von außen haben die Spanier ihren Volkswagen (der Leon hat VW-Golf-Maße) so dezent modernisiert, dass selbst Kenner zweimal hinschauen müssen, um ihn vom Vorgängermodell zu unterscheiden: Der Wagen wirkt etwas breiter, hat neue Außenspiegel, ein dezenteres Logo im Kühlergrill, eine größere Heckscheibe. Die Rundumsicht ist zwar nach wie vor nicht optimal (daher gibt es als Extra auch die Einparkhilfe mit optischer Anzeige), aber jetzt kann man auf der Autobahn besser den Autos nachblicken, die man gerade überholt hat.


Denn sportlich ist der Seriensieger der Rennserie WTCC auch in seiner Version 2009 geblieben, mehr noch: An Motor und Fahrwerk haben die Spanier spürbar gearbeitet. Dank längerer Federn fährt sich der Leon nun komfortabler, aber immer noch straff. Der CO2-Ausstoß wurde immerhin um zwölf Prozent gesenkt, der Spritdurst um rund zehn. Und listig merkt Seat-Ingenieur Thomas Dicke an: „In der Sportversion FR leistet der Leon ein PS mehr als der Golf GTI.“ Früher war Seat der kleine Bruder von VW und musste die Technik vom Vorjahr auftragen – das ist längst Geschichte, und für den neuen Leon gibt es alles, was man heute in Autos einbauen kann. Allem voran das Doppelkupplungsgetriebe DSG, die beste Innovation seit Erfindung der Scheibenwischer. Das schaltet bis zu sieben Gänge automatisch und nahezu, ohne dass man etwas spürt. So bequem sollte Autofahren immer sein. psf