01 Surfen auf Norderney, Thomas Soltau
Nicht nur vor Hawaii brechen große Schaumwalzen, auch vor Norderney tanze ich gerne mit den Wellen. Der Januskopf am Nordstrand ist mittlerweile einer der besten Spots Deutschlands: Abgeteilte Buhnenfelder und Sandbänke formen bei Nord- und Westwind perfekte Wellen – und machen auch Gelegenheits-Surfern wie mir Spaß. Anfänger lernen erste Manöver in der Wellenreitschule, und Poser führen ihre Bretter am Strand spazieren. Verweigerer sportlicher Aktivitäten chillen im „Surfcafé“ oder kippen Cocktails im „Möpken“.
Hotel „Seesteg“, Studio ab 130 Euro, Tel. 04932 / 89 36 00, seesteg-norderney.de

02 Radfahren rund um Pilsum, Peter Schmidt-Feneberg
Es soll ja noch Menschen geben, die Ostfriesland nur aus Witzen kennen. Dabei bietet dieser Landstrich Großstädtern die beste Auszeit: kein Stress, keine Hektik … hier lügt die Bierwerbung nicht. Die Krummhörn ist perfekte Radlergegend. Immer am Deich, immer gegen den Wind und immer über die Hinterlassenschaften der Schafe. Zur Pause unbedingt nach Pilsum in die „Alte Brauerei“. Hier bereitet Jürgen Itzenga, ein kräftiger Friese mit Hang zu bunten Arbeitshosen, eine üppige Fischplatte mit Zitronenbutter. In seinem Gulfhof kann man auch übernachten.
Gulfhof „Diekskiel“, DZ ab 44 Euro, Tel. 04926 / 300, gulfhof-diekskiel.de

03 Romantik im Schloss Frauenmark, Christina Bednarz
Steinerne Fische spucken Springbrunnenwasser, die hölzerne Treppe knarzt erhaben, und in einer Ecke der Halle thront der halbrunde Kamin: Im Schloss Frauenmark nahe Schwerin fühlen wir uns wie Fürsten. Wir speisen am knisternden Feuer und schlafen im Himmelbett einer hellblauen Suite. Morgens frühstücken wir im verwunschenen Barockgarten und schauen uns dann Schwerin an. Dort steht, umringt von Seen und derzeit vielen Blumen, ein noch viel größeres, prächtigeres Schloss. Trotzdem: Unser Königreich für ein Wochenende heißt Frauenmark.
Schloss Frauenmark, DZ ab 89 Euro, Tel. 038723 / 801 71, frauenmark.de

04 Zelten in den Dünen von Prerow, Kerstin Österreich
Feiner weißer Sandstrand, türkisblaues flaches Wasser: Prerow ist wie Südsee an der Ostsee und noch nicht so überlaufen wie Boltenhagen oder Binz. Der Campingplatz auf dem Fischland-Darß ist perfekt gelegen: Wer frühzeitig bucht, sichert sich einen Stellplatz direkt in den Dünen. Das Zeltaufbauen kann im feinen Sand zum Geduldsspiel werden, aber dafür wird man morgens beim Reißverschlussöffnen mit einem weiten Blick auf den Strand belohnt und kann abends dem Meeresrauschen lauschen.
Regenbogen-Camp in Prerow, um 15 Euro pro Nacht, Tel. 038233 / 331, regenbogen-camp.de

05 Urlaub im Wald auf Rügen,Anne-Gret Danner
Seit der DDR-Zeit hat sich im Feriendorf Jena nicht viel verändert. Das Wasser muss man immer noch mit dem Kanister von der Wasserstelle holen und zu den kleinen Bungalows mitten im Wald tragen. Abends erledigt man den Abwasch gemeinsam auf der Terrasse und beobachtet, wie Eichhörnchen die Bäume hinaufklettern. Bis zum Kap Arkona, dem nördlichsten Punkt Deutschlands, sind es von hier mit dem Rad nur 30 Minuten.
Feriencamp Jena, Hütte ab 26 Euro, Tel. 038302 / 886 86, ruegen-bakenberg.de

Noch mehr Tipps auf der nächsten Seite

06 Kanutour auf der Mecklenburgischen Seenplatte, Michael Leuffen
Immer wenn ich Einsamkeit in der Natur suche, tippe ich Groß Quassow in meinen Navigator ein. Dort niste ich mich in einem der putzigen Holzhäuser am malerischen Woblitzsee im Ferienpark Havelberge ein. Tagsüber leihe ich mir ein Kanu oder Ruderboot und paddle über Seen und verschlungene Kanäle. Mit müden Armen mache ich es mir später auf der Seeterrasse gemütlich, bestelle mir einen Fisch aus der Havel und genieße den Blick auf die Natur.
Ferienpark Havelberge, ab 35 Euro p.P., Tel. 03981/24790, haveltourist.de

07 Floßfahren bei Potsdam, Nina Brand
Vom Floß aus baden, sich von der Sonne trocknen lassen und abends beim Schein der Petroleumlampe die Angel ins Wasser halten: Klingt wie Mark Twains USA, ist aber Brandenburg. Wie im vergangenen Jahr will ich auch in diesem Sommer unbedingt wieder mit einem Holzfloß die Seen und Flussläufe rund um Potsdam entdecken. In der Kajüte kann man zu viert übernachten, gekocht wird auf dem einfachen Gaskocher. Bei einer Höchstgeschwindigkeit von zehn Kilometern pro Stunde sind es von Potsdam aus vier Tage bis zur Mecklenburgischen Seenplatte.
worldoftomsawyer.de

08 Segeln und Surfen auf dem Steinhuder Meer, Matthias Vieregge
Mein Tipp für Anfänger auf dem Wasser: das Steinhuder Meer. Mit einer Durchschnittstiefe von rund 1,5 Metern ist es eher flach, Haie kennt man hier nicht. Meine ersten Versuche auf dem Surfboard am Nordufer waren deshalb auch ganz entspannt, fast wie in einem riesigen Plantschbecken. Weil das auf Dauer ein bisschen langweilig ist, versuche ich es diesen Sommer mal mit Kitesurfen. Schnupperkurse bietet das Surfer’s Paradise.
„Strandhotel“, DZ ab 58 Euro, Tel. 05036 / 458, strandhotel.tv, surfers-p.de

09 Radtour durchs Weserbergland, Eva Bolhöfer
Meine Lieblings-Fahrradroute führt entlang des „Weser-Radweges“ von Rinteln zum 1100 Jahre alten Kloster Möllenbeck, vorbei an Feldern, Wiesen und Flüssen. Vom ersten Pedaltritt an freue ich mich auf die Belohnung am Ende der Route: die weltbeste Stachelbeertorte im Café des Klostergartens. Unter alten Walnussbäumen erschließt sich sogar der meditative Reiz des Rentner-sports Boule. Am 20. Juni ist es vorbei mit der Beschaulichkeit. Dann treffen sich beim Irish Folk Festival 3000 Besucher im Klostergarten.
Hotel „Waldkater“, DZ ab 130 Euro, Tel. 05751 / 179 80, waldkater.com, domaene-moellenbeck.de

10 Tauchen im Gasometer in Duisburg, Christian Vieler
Urlaub. Endlich abtauchen. Das Tauchgasometer ist meine Alternative zur Südsee. In dem gefluteten Industrie-Fossil gleite ich an Stahlwänden entlang in 13 Meter Tiefe und lasse mich von einer geradezu surrealen Unterwasserwelt gefangen nehmen. Künstliche Riffs, ein Schiffs- und Flugzeugwrack mitten im Ruhrgebiet – einfach spektakulär. Wenn der Adrenalinpegel danach noch hoch genug ist, geht es in den Klettergarten im Landschaftspark Nord nebenan.
Hotel „Akazienhof“, DZ ab 39 Euro, Tel. 0203 / 66 05 67, akazienhof-duisburg.de, tauchrevier-gasometer.de

Noch mehr Tipps auf der nächsten Seite

11 Wellness in der Kaisertherme in Wiesbaden, Thomas Müffke
Nirgends sonst in Hessen kann man so stilvoll entspannen wie in der Kaiser-Friedrich-Therme. Das 1913 eröffnete irisch-römische Bad befindet sich in einem liebevoll restaurierten Jugendstilgebäude mitten in der Altstadt Wiesbadens. Neben diversen Saunen gibt es ein geräumiges, perfekt eingestelltes russisches Dampfbad. Besonders schön: die historische Schwimmhalle mit riesigem Kaltbecken und aufwendig verzierten Rundbögen.
Kaiser-Friedrich-Therme, Tel. 0611 / 172 96 60, wiesbaden.de/kft

12 Baden in der Vulkaneifel, Irina Chassein
Kaltes, klares Wasser: Ein Bad im Naturfreibad Pulvermaar, Deutschlands dritttiefstem natürlichem See, ist ein idyllisches wie auch überaus erfrischendes Vergnügen. Wer im nahen Trier absteigt (zum Beispiel im „Nells Park Hotel“), der sieht außer der Vulkaneifel auch die Kulturgüter der Stadt – und Thomas Fehrs „Café Lübke“ (Theodor-Heuss-Allee 18), die plüschrote Insel der Seligen und Durstigen.
„Nells Park Hotel“, DZ ab 79 Euro, Tel. 0651 / 144 43 70, nellsparkhotel.de

13 Hotel „Der kleine Prinz“ in Baden-Baden, Steffen Rüth
Manche Bücher sind so gut, dass man am liebsten in ihnen verschwinden würde. Der perfekte Ort dafür ist das Hotel „Der kleine Prinz“ im Herzen Baden-Badens. Die Zimmer sind mit Motiven aus der märchenhaften Erzählung von Antoine de Saint-Exupéry gestaltet, wirken aber nie kitschig. Der Tag beginnt mit einem Champagnerfrühstück, nachmittags lässt man es sich beim Afternoon High-Tea mit englischen Scones gediegen gut gehen. Am Abend liest der bereits stark romantisierte Gast am Kamin das Buch zum Hotel.
Hotel „Der kleine Prinz“, Tel. 07221 / 34 66 00, DZ ab 205 Euro, derkleineprinz.de

14 Segeln auf dem Bodensee, Léonie Roose
Wenn ich nur vorher gewusst hätte, dass das Kneippheilbad Überlingen der Drehort der Teenieserie „Sternenfänger“ mit Nora Tschirner und Oliver Pocher werden würde, ich hätte mich vielleicht besser benommen: damals, auf der Klassenfahrt in der Zehnten. Aber die längste Uferpromenade des Bodensees, die Sternwarte oder der Schiffsausflug zur Insel Mainau haben mich einfach nicht die Bohne interessiert. Falls Sie das hier lesen, Herr Höhn: Ich war letztens zum Segeln da, und Sie hatten Recht: malerisch!
Campingplatz um 15 Euro, Tel. 07551 / 645 83, campingpark-ueberlingen.de

15 Sommer-Skispringen in Steinach, Sascha König
Hier heißt der Bäcker noch „Bäckerei“ und der Friseur einfach „Friseur“. Willkommen im Thüringer Wald. Größtes Abenteuer in diesem Idyll: der Skiflyer in Steinach. Statt auf Schnee brettert man auf Rollen die Schanze hinunter. Der Rest funktioniert wie eine Seilbahnfahrt auf dem Spielplatz. Mit 80 Sachen fliegt man eingeklinkt am Stahlseil rund 150 Meter weit durch die Luft.
„Hotel zur Post“, DZ ab 54 Euro Tel. 036702 / 29 20, zur-post-lauscha.de, roc-team.de

Noch mehr Tipps auf der nächsten Seite

16 Wandern bei Naumburg an der Saale, Michael Schömburg
Wahrscheinlich hätte es mich nie an die Saale verschlagen, wenn mein Vater nicht behauptet hätte, unser Name sei ein Schreibfehler und wir stammten von der Schönburg, gleich bei Naumburg um die Ecke. In der Stadt wandelte ich auf den Spuren Nietzsches durch die Gassen, und auch auf der Schönburg war ich. Ob dort schon meine Vorfahren standen, weiß ich zwar immer noch nicht, aber schön ist es rund um die Burg wirklich. Zum Wandern wie zum Kanufahren.
Hotel „Stadt Aachen“, DZ ab 73 Euro, Tel. 03445 / 26 10 60

17 Im „Baumhaushotel“ schlafen, Aileen Tiedemann
Ein Kindheitstraum wurde wahr, als ich vorletztes Jahr mit meiner Mutter im „Baumhaushotel“ auf der Kulturinsel Einsiedel übernachtete. Versteckt in einer Baumkrone in zehn Meter Höhe lagen wir nachts unter einer dicken Federdecke und spürten, wie sich unser „Luftschloss Fiona“ im Wind wiegte. Vom Balkon aus konnten wir über ein Kornfeld bis nach Polen blicken, und abends wärmten wir uns in unserer windschiefen Behausung an einem antiken Holzofen. So fest wie hier habe ich noch in keinem Hotelzimmer geschlafen.
„Baumhaushotel“ Kulturinsel Einsiedel, ab 180 Euro, Tel. 035891 / 49 10, kulturinsel.de

18 Klettern in der Fränkischen Schweiz, Matthias Koth
Wer wie ich durch das zerklüftete Frankenjura nach Pottenstein anreist, versteht sofort, wie sehr der Name Fränkische Schweiz dem größten zusammenhängenden Klettergebiet Europas gerecht wird. Noch immer werden Kletterfelsen aller Schwierigkeitsgrade neu erschlossen. Und was bietet Pottenstein noch? Ein historisches Felsenbad, die Teufelshöhle und eine Sommerrodelbahn. Abends, nach einem Boulderausflug, kann ich von der Terrasse einer Brauereigaststätte aus den Blick nicht von der Burgruine lassen. Und nachts? Schlafe ich auf dem Campingplatz „Bärenschlucht“ zwischen steilen Felswänden in einer Blockhütte.
Campingplatz „Bärenschlucht“, Blockhütte ab 40 Euro, Tel. 09243 / 206, baerenschlucht-camping.de

19 Wandern in Kronach, Laura Behncke
Nach Kronach kommt man mit der Zeitmaschine. Jedenfalls fühlt es sich so an, nicht nur bei den Faust-Festspielen im Freilichttheater (1.7.-30.8.), sondern auch beim Gang durch die verschlungenen Gassen mit ihren alten Fachwerkhäusern. Tagsüber wandert man entlang der Bier- und Burgenstraße vorbei an alten Ruinen und Schlössern und vergisst abends im Turmzimmer der Herberge auf der Festung Rosenberg, dass man sich im Jahr 2009 befindet.
„Festungsherberge Kronach“, Turmzimmer: 25 Euro pro Person, Tel. 09261 / 944 12, festungsherberge.de

20 Schweinsbraten und Alpenpanorama am Tegernsee, Sonja Vogel
Will eine Preußin wie ich die Berge erkunden, sollte sie Folgendes tun: bei Kaiserwetter an den Tegernsee fahren. Die traditionellen Häuser bestätigen alle Erwartungen amerikanischer Touristen, der See funkelt türkis. Wie türkis, das lässt sich besonders schön von der Neureuth-Alm bewundern. Aus dem Dorf Tegernsee geht es eine gute Stunde bergauf durch den schattigen Wald – schon sitzt man auf der Alm vor einer frisch gezapften Radlermaß und bestem Alpenpanorama. Auf dem Hof der Herzoglichen Brauerei gibt es Schweinsbraten mit Knödeln oder Kaiserschmarrn.
Hotel „Bayern“, DZ ab 160 Euro, Tel. 08022 / 18 20, hotel-bayern.de