Was kann schon bemerkenswert sein an einer Innenstadt aus Fußgängerzonen und Verwaltungsgebäuden, fragt sich der oberflächliche Betrachter und wendet sich ab. Wer aber den Blick vom Rathausturm über Kleinen Kiel und Förde schweifen lässt, erkennt sofort die Anlage der Stadt, die Insel, die Jahrhunderte eine kleine Handelsstadt war mit Strukturen aus der Zeit vor 700 Jahren. Und voller Wehmut wird er sich vorstellen, wie dort, wo heute Luxusliner anlegen, einst kaiserliche Yachten prunkten, wo noch früher Hansekoggen anlegten und eine kleine mittelalterliche Fischersiedlung stand.

1912: Aus der Stadt wird eine City
Was uns heute wie aus geruhsamer Zeit erscheint, mag dem zeitgenössischen Betrachter als Ausdruck rastlos wachsender Modernität vorgekommen sein: Bürger- und Geschäftshäuser haben im 19. Jahrhundert das mittelalterliche Stadtbild in kurzer Zeit vernichtet.

1957: Der Krieg hinterließ Kiel als Wüste
Nur weniges Alte hatte die Industrialisierung überstanden, und auch dies fiel den Bomben zum Opfer. Der rasche Aufbau prägte das neue Bild der Stadt. Auf diesem Bild, das MERIAN vor 50 Jahren veröffentlichte, ist nur St. Nicolai aus alter Zeit.

2007: Das Zentrum einer modernen Stadt am Meer
Viel scheint sich nicht getan zu haben in 50 Jahren, doch das täuscht: der Wandel findet heute im Detail statt, auf lebendigen Straßen und Plätzen. Nur das Gebäude links neben dem Martensdamm erinnert an früher: einst Oberlandesgericht, heute Justizministerium.