Wer bläst eine Luftmatratze am schnellsten auf? Wer ist die Heißeste am Grill? Wer macht die beste Figur auf der Wasserrutsche? Das „Sommermädchen 2009“ muss mehr können, als nur schön auszusehen.

Frau Engelhardt, Sie kamen kürzlich im BILD-Ranking der 100 erotischsten Frauen auf Platz eins – schmeicheln oder nerven solche Auszeichnungen?
Das schmeichelt mir total! Was für ein Titel! Wenn ich morgens in den Spiegel schaue, kann ich es zwar nicht ganz glauben, aber ich freue mich, von der BILD zur erotischsten Frau Deutschlands erklärt worden zu sein, und das obwohl ich durchaus nicht perfekt bin!

Sie sind die Moderations-Allzweckwaffe von ProSieben. Würden Sie lieber eine feste eigene Show haben, als ständig wechselnde Formate zu moderieren? Oder macht gerade das den Reiz Ihres Jobs aus?
Im Moment ist es Wahnsinn, was ich alles für ProSieben moderieren darf. Aber mir ist durchaus bewusst, dass es auch andere Zeiten geben wird. Genau deshalb bin ich so froh, dass ich gerade so viel machen darf. Ich kann ganz viel probieren, und vielleicht kann ich dann irgendwann die perfekte Charlotte-Show konzipieren. Das wäre toll.

Zurzeit sieht man Sie an der Seite von Steven Gätjen als Moderatorin der ProSieben-Castingshow „Sommermädchen 2009“. Warum sucht ProSieben die beste Frau Deutschlands?
Wir suchen das „Sommermädchen 2009“, weil alles andere schon gesucht und gefunden wurde – Scherz beiseite! Ein Sommermädchen muss eine sexy Augenweide sein. Was aber viel wichtiger ist: man muss mit ihr Pferde stehlen können – und wollen! Das heißt, es geht nicht nur um ein tolles Erscheinungsbild, sondern um eine Frau, die sich nicht allzu ernst nimmt, einen tollen Charakter hat und von der man mehr wissen will. Warum suchen wir das? Weil es Spaß macht! Steven und mir ist durchaus bewusst, dass die Welt nicht auf das „Sommermädchen 2009“ gewartet hat, aber vielleicht gefällt’s ja und macht Lust auf mehr. Wir wollen die Leute mit der Show gut unterhalten.

Steckt hinter „Sommermädchen 2009“ mehr als eine Fleischbeschauung für die männliche Zuschauerschaft?
Natürlich, schließlich ist es kein Remake von den „DSF Sexy Sport Clips“. Was nicht heißt, dass unsere Mädels unter der heißen spanischen Sonne in Thermoanzügen gekleidet sind. Es dreht sich alles um Sommer, Strand, Meer und Spaß am Leben und glaubt mir: es wäre eine Schande, die Körper der Kandidatinnen zu verstecken! Aber sie müssen natürlich auch Aufgaben erfüllen: vom Wissensquiz und Matheaufgaben über Bierflaschen öffnen bis hin zu Jetski fahren. Natürlich sind die Aufgaben immer mit einer Prise Gemeinheit gepaart, aber anders hätten Steven und ich ja auch keinen Spaß dran… Denn auch hier ist das Motto: nicht alles so ernst nehmen!

Ist heutzutage der „Sex sells“-Bogen im Fernsehen überspannt?
Überspannt finde ich ihn nicht, wem es zu viel wird, der kann ja umschalten. Außerdem sind unsere Kandidatinnen alle mindestens 18 Jahre alt und keine wird zu irgendwas gezwungen. Ich glaube zudem, dass es kein Geheimnis ist, dass man sich gerne schöne Menschen anschaut – ob im Fernsehen oder auf der Straße. Schönheit und Sexapeal liegen aber im Auge des Betrachters. Trotzdem glaube ich nicht, dass man nur mit Schönheit an irgendeine Spitze kommt, irgendwann kommt der Charakter immer ins Spiel und dann wird es spannend, denn dann kommt´s darauf an: hält der Charakter, was die Schönheit verspricht?

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Was winkt der Gewinnerin der Castingshow als Preis?
Wir versprechen keine, vielleicht nicht einzuhaltende, TV Karriere, geben der Gewinnerin allerdings die Chance, sich als Taff-Reporterin zu probieren, und sie bekommt eine heiße Fotostrecke in der FHM… Das sind Jobs, auf die man normalerweise Jahre hinarbeiten muss. Was sie daraus macht, ist ihr überlassen. Aber ich hoffe das Beste!!! Natürlich stehen Steven und ich der Gewinnerin auch nach der Sendung mit Rat und Tat zur Seite, sofern sie das möchte. Und Obendrauf gibt es noch eine Fernreise.

Warum gibt es derzeit so unglaublich viele Castingshows im Deutschen Fernsehen?
Ich denke, dass ist eine TV-Modewelle. Früher gab’s einen Hype bei den Talkshows, dann bei den Heimwerker-Sendungen, dann kamen die Richtershows und nun drehen alle beim Thema Castingsshow durch…bei „Sommermädchen“ hoffentlich auch… Spannend!

Haben Sie sich selber schon mal bei einem TV-Casting beworben?
Ich habe vor Jahren mal an einer Casting-Tour für Deutschland teilgenommen. Damals dachte ich: hmmm, für ein Model bin ich zu klein und zu dick, Schauspielerin…ich lerne nicht so gerne auswendig – dann werde ich halt Moderatorin. Ich kam sogar bis ins Finale! Aber dann habe ich nichts mehr gehört. Frei nach dem Motto: „wir melden uns bei dir, du dich bitte nicht bei uns“. Die haben bis heute nicht angerufen…aber es hat ja glücklicherweise auch so ganz gut geklappt.

Nachdem Sie für „WipeOut – Heul nicht, lauf!“ in Argentinien waren, hieß das Reiseziel bei „Sommermädchen 2009“ Barcelona. Sie arbeiten da, wo andere Urlaub machen – nicht unbedingt der schlechteste Job, oder?
Mein Job ist der beste Job! Auch wenn es natürlich blöd ist, tagelang am Strand zu drehen, aber nicht ins Wasser zu dürfen, weil das Drehpensum nicht die Zeit dafür zulässt. Aber man muss sich nur zu helfen wissen. Wir sind dann einfach nachts schwimmen gegangen…das macht sogar noch mehr Spaß! Das Team hatte an die 50 Mitarbeiter und wir haben eine tolle Stimmung gehabt. Es war traumhaft! Das coole an der Sache: ich bin manchmal in Ländern unterwegs (Argentinien zum Beispiel) da kommt man sonst nicht so schnell hin und ich bleibe nicht nur ein paar Tag. Aber so exotische Produktionsorte sind eher die Ausnahme, die meisten Sendungen werden dann doch in Deutschland produziert.

Was schauen Sie sich gerne im TV an?
Ich bin eine ganz schlimme Fernsehguckerin. Ich zappe ständig rum und lese viel Videotext…Quoten, Meldungen. Wenn ich dann mal hängen bleibe, ist es meist bei der „NDR Talkshow“, „Riverboat“ oder bei Dokumentationen und Reportagen. Aber ich bin auch ein kleiner Fan von Trash, das ist unterhaltsam und manchmal entspannend. Gerichtsshows und Ermittler-Soaps sind gar nichts für mich, da schalte ich weg.

Vielen Dank fürs Gespräch.

Interview: André Depcke

Video-Tipp: Sommermädchen 2009 – Taff vom 29.06.2009