Die Wüste ist ein unangenehmer Ort: Alles sieht so verdammt gleich aus, und tagsüber wird es leicht fünfzig Grad Celcius heiß, während es nachts friert. Kein Wunder, dass das Wort negativ besetzt ist: wer zerstört, der „verwüstet“, wer jemanden loswerden will, schickt ihn „in die Wüste“. Obwohl er dort so alleine nicht wäre: Rund 1,7 Milliarden Menschen leben in den Trockengebieten der Erde. Dazu kommen etwa 15 Millionen domestizierte Kamele. Selbst in der Sahara, mit rund neun Millionen Quadratkilometern die größte Wüste der Welt, ist man also nicht vollkommen verlassen. Viele Handelsrouten der Tuareg laufen durch das Gebiet. Und nur ein Zehntel der Fläche besteht aus Sand, der Rest ist trockenes Buschland, Fels und Geröll. Erst mal also Ruhe bewahren.

Zuerst sollte man sich Wasser beschaffen. Dazu macht man sich am besten die großen Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht zunutze. Und das geht so: Gräser, sofern welche wachsen, oder Kleidung, die man nicht dringend braucht, nachts in den Sand legen und morgens in einen klaren Plastiksack stecken (Merke: für den Kamelritt einstecken!). Legt man den dann in die pralle Sonne, verdampft das Wasser, kondensiert an der oberen Innenseite und läuft nach unten ab. In das destillierte Wasser rührt man ein paar Krümel Sand, und schon lösen sich ausreichend Salze und machen es wieder trinkbar. Ein Indiz für Wasserquellen können Tiere und Insekten sein. Wo Mücken schwärmen,Vögel fliegen oder frische Tierspuren zusammenlaufen, findet sich oft ein offenes Wasserloch.

Zur Orientierung hilft die Sonne: Wer eine Armbanduhr dabei hat, kann sie als Kompass benutzen. Richtet man den Stundenzeiger zur Sonne und halbiert den kleineren Winkel, der sich zwischen dem kleinen Zeiger und der Zwölf ergibt, weist die winkelhalbierende Linie nach Süden. Gar nicht besonders kompliziert. Weil sich’s im kalten Sand schlecht schlafen lässt, kann man auch marschieren, der Polarstern (das ist der ganz helle) hilft bei der Orientierung. Er steht genau über dem geografischen Nordpol.

Bettina Hensel, Philipp Kohlhöfer