Im Pazifikstaat Kiribati sind sie es gewohnt, die ersten zu sein, zumindest was den Jahreswechsel angeht. Weil das Land direkt an der Datumsgrenze liegt, können die 90 000 Einwohner schon feiern, während anderswo noch die Stunden bis Neujahr gezählt werden. Weil Kiribati aber nur etwa zwei Meter über der Meeresoberfläche liegt, wird das Land auch das erste der Welt sein, das im Meer versinkt, wenn sich das Klima weiter erwärmt und das Eis in Grönland weiter schmilz. Schon jetzt werden die Inseln regelmäßig von Meerwasser überspült. In fünfzig Jahren, so die Schätzung der Uno, wird es die aus 32 Atollen bestehende Inselgruppe nicht mehr geben. Der größte Teil der gut einhunderttausend Einwohner wird allerdings schon in den nächsten zehn Jahren umziehen müssen, da durch das Meerwasser der Boden erodiert und das Süßwasser versalzt. Die Inseln können ihre Einwohner nicht mehr ernähren. Und die Zeit drängt: Bereits 1999 versanken zwei Inseln im Meer.