Die Bewohner New Yorks bewegen sich seit diesem Sommer auf einer neuen Ebene. Anfang Juni wurde der High Line Park auf einer 2,3 Kilometer langen ehemaligen Bahntrasse in Manhattan eröffnet. In den Achtzigern verkehrten hier zum letzten Mal Züge, jetzt wachsen in zehn Metern Höhe Blumen, wilde Gräser und Bäume. Statt wie üblich die Straßenschluchten im gehetzten Stechschritt zu durchschreiten, üben sich die New Yorker in der grünen Oase in Langsamkeit. Kunststudenten malen Bilder, Familien machen Picknick und gestresste Banker ein Nickerchen in der Mittagspause. Der überirdische Garten reicht vom Meatpacking District bis nach Chelsea und ist über mehrere Treppenaufgänge erreichbar. 160 Millionen US-Dollar hat das Projekt gekostet – eine Investition, dank der sich die Millionenmetropole nun aus einer ganz entspannten Perspektive erleben lässt.