Verlagsinfo: Die Bundesrepublik im Jahr 1967: Hohe gesellschaftliche Positionen und höchste Staatsämter sind von alten Nazis besetzt, es herrscht ein autoritäres Klima. In der „Frontstadt“ Westberlin, wo die APO aufbegehrt gegen den „Muff von tausend Jahren“, gegen Vietnamkrieg und Schahbesuch, werden der rebellischen Jugend von Senatsseite offen Prügel angedroht. Die Polizei versteht sich als verlängerter Schlagstock der Obrigkeit, die Medien des Springerkonzerns heizen die Stimmung zusätzlich an. Das ist die Atmosphäre, in der am 2. Juni 1967 Benno Ohnesorg von einem Polizisten erschossen wird, das sind die Verhältnisse, gegen die Ulrike Meinhof mit ihren Artikeln in konkret anschreibt, die Verhältnisse, gegen die Rudi Dutschke mit seinen leidenschaftlichen Reden auftritt.

Es ist das Jahr, in dem Rudi Dutschke und Ulrike Meinhof einander kennenlernen. Gerade mal zwei Jahre dauert ihre Freundschaft, doch es sind zwei Jahre, die das Gesicht des Landes verändern.

Das Interesse von Jutta Ditfurth in Rudi und Ulrike. Geschichte einer Freundschaft gilt den Motiven und der Entwicklung der beiden Freunde – und es gilt der Dynamik jener Zeit, in der beide lebten und die ihr Leben zumindest ebenso sehr beeinflusste, wie „Rudi und Ulrike“ die Entwicklung dieser Zeit geprägt haben. So erzählt Jutta Ditfurth, wenn sie von der Freundschaft der beiden Meinungsführer der 68er-Bewegung erzählt, zugleich auch von der Hochzeit und dem Niedergang der „außerparlamentarischen Opposition“, der APO. Ihr Buch ist ein lebendiges Stück Zeitgeschichte, gespiegelt in den für wenige Jahre miteinander verwobenen Lebensläufen der beiden populärsten Exponenten der Studentenbewegung.

Jutta Ditfurth, geb. 1951, Soziologin und Publizistin, war Mitgründerin der Grünen und von 1984 bis 1988 deren Bundesvorsitzende. 1991 trat sie aus der Partei aus. Seit 2001 ist sie Stadtverordnete für ÖkoLinX – Antirassistische Liste im Frankfurter Stadtparlament und – seit 1970 – aktiv in der außerparlamentarischen Linken. Jutta Ditfurth schreibt Drehbücher, Romane und Sachbücher, zuletzt erschienen: Durch unsichtbare Mauern – Wie wird so eine links?, 2003; Ulrike Meinhof. Die Biografie, 2007.