KALENDER:

Woodstock: Am 15. August 1969, einem Freitag, eröffnete Richie Havens mit seinem Auftritt das Festival, das erst am Montagmorgen des 18. August gegen 9 Uhr mit dem Gig von Jimi Hendrix endete.

Mondlandung: Am 16. Juli 1969, einem Mittwoch, startete Apollo 11 mit einer Saturn-V-Rakete vom Kennedy Space Center in Florida. Am Sonntag, den 20. Juli, betrat schließlich der erste Mensch den Mond.

BESATZUNG:

Woodstock: Obwohl mit den Beatles, den Stones und Bob Dylan die größten Stars der damaligen Zeit fehlten, liest sich das Line-up noch heute beeindruckend: Joan Baez, Grateful Dead, Janis Joplin, Sly And The Family Stone, Joe Cocker, Jimi Hendrix, Santana und viele mehr.

Mondlandung: Kommandant von Apollo 11 war Neil Armstrong, ein ehemaliger Kampfpilot der US Navy. Er wurde von den beiden weniger bekannten Piloten Buzz Aldrin und Michael Collins begleitet.

STRIPPENZIEHER:

Woodstock: Die Idee für das größte Hippie-Spektakel aller Zeiten hatte der 25-jährige Musikproduzent Michael Lang, der damit sein Aufnahmestudio in Woodstock finanzieren wollte.

Mondlandung: Die erste bemannte Mondlandung war der größte Erfolg der USA über die Sowjetunion im so genannten Wettlauf ins All. Dass die Verschwörungstheorien seither nicht abreißen wollen, ist wahrscheinlich genau deshalb nicht verwunderlich.

MYTHOS:

Woodstock: Woodstock wurde von Lang mithilfe zweier Jungunternehmer aus rein finanziellen Gründen organisiert – nicht sehr hippieesk.

Mondlandung: Lange Zeit ging Aldrin als ältester und erfahrenster Astronaut der Crew davon aus, der erste Mann auf dem Mond zu werden. Doch die Nasa hielt den Alkoholiker in spe als Repräsentant für zu labil – so durfte Armstrong den Part des Pioniers übernehmen.

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MASSENEUPHORIE:

Woodstock: Eine Million Menschen hatte sich auf den Weg nach Bethel, New York, gemacht. Am Ende erreichten rund 400 000 Menschen den Veranstaltungsort, der Rest blieb im Stau stecken.

Mondlandung: Eine halbe Milliarde Zuschauer verfolgte das Spektakel live am Bildschirm – die Mondlandung etablierte das Fernsehen damit endgültig als Leitmedium des 20. Jahrhunderts.

REVIVAL:

Woodstock: 1999 fand eine dritte Auflage des Festivals (nach Woodstock 2 im Jahr 1994) in Rome, New York, statt, die von schweren Tumulten überschattet wurde und bis heute als Symbol der damaligen NuMetal-Bewegung gilt. Auftretende Bands wie Korn, Limp Bizkit oder Kid Rock hatten die gewaltbereite Stimmung entsprechend angeheizt.

Mondlandung: Zwischen 1970 und 1972 fanden fünf weitere bemannte Mondflüge im Rahmen des Apollo-Programms statt, bis heute folgten keine weiteren. Der gute, alte Traditionalist George W. Bush erklärte aber im Jahr 2004 den Mondflug zum erneuten Ziel der USA.

HÖHEPUNKT:

Woodstock: „The Star Spangled Banner“ war Jimi Hendrix‘ Friedensappell in Zeiten des Vietnamkrieges. So versuchte er in seiner legendären Interpretation der amerikanischen Nationalhymne beispielsweise das Geräusch einschlagender Raketen wiederzugeben.

Mondlandung: „That’s one small step for (a) man, one giant leap for mankind“, tönte Armstrong. Das „a“ war aber zunächst nicht auszumachen. Erst später konnten Computeranalysen nachweisen, dass es durch Störungen in der Übertragung nur überdeckt worden war.

MODERNE:

Woodstock: Die Oscar-gekrönte Doku „Woodstock“ erscheint jetzt auf DVD und Blu-ray. Regieassistent in der Crew des Regisseurs Michael Wadleigh war damals übrigens ein gewisser Martin Scorsese.

Mondlandung: Das Wissenschaftsprojekt Nature twittert seit Juni den Missionsverlauf der Apollo 11 nach und hat bis jetzt über 2700 Follower.

FAZIT:

Zum runden Geburtstag werden die drei Männer der Apollo 11 und die drei Tage auf dem Dorfacker in Woodstock medial gefeiert. Dass das Festival eine rein kommerzielle Sause war, wird dabei ebenso selten hinterfragt wie die zahlreichen Zweifel der Verschwörungstheoretiker rund um die Mondlandung.

Text: Tim Sohr