Sie betrat den Laden und ließ sich eine extra große bunte Blume auf den Oberarm tätowieren. „Heute bereue ich meine Entscheidung zutiefst“, sagt die 28-jährige Anzeigenberaterin. In ihrem Job hat sie viel Kundenkontakt. Wenn sie kurzärmelige Tops trägt, wird ein Teil der Tätowierung sichtbar. „Das sieht unseriös aus. Also schwitze ich lieber und trage lange Blusen, bis das Tattoo komplett entfernt ist“, sagt Marianna.

So manch einer bereut wie Marianna seine „Jugendsünden“. Immerhin elf Prozent aller Deutschen sind laut einer Umfrage des Offenbacher Meinungsforschungsinstituts Marplan tätowiert. Motive, die man früher mal „cool“ fand, können später stören und zwischen Fettpolstern und Falten unschön aussehen. Mit Lasertechnik kann man Tattoos – mehr oder weniger – entfernen. Dabei werden die Farbstoffe durch die Lichtblitze zerkleinert und mit Lymphflüssigkeit abtransportiert. Risiko: In seltenen Fällen kann es zu allergischen Reaktionen vor allem bei der Entfernung von roten Pigmenten kommen.

Entscheidend für den Erfolg der Tätowierungsentfernung sind die verwendeten Farben und die Tiefe der Stiche. Manche Farbpartikel lassen sich gut abbauen, andere nicht. Umso größer die Farbpartikel, desto permanenter bleiben sie in der Haut. „Es ist eher die Ausnahme, dass ein Tattoo restlos entfernt werden kann. Es ist schon ein gutes Ergebnis, wenn es verblasst“, sagt Professor Dr. Albert K. Hofmann, Facharzt für Plastische Chirurgie mit Schwerpunkt Ästhetik.

Für die Behandlung sind mehrere Sitzungen im Abstand von vier Wochen erforderlich. In der Regel erfolgt der Eingriff ohne Anästhesie. Die danach entstehenden Krusten heilen nach zwei Wochen ab, ohne Narben zu hinterlassen. Schwarze, blaue, braune und grüne Pigmentierungen werden meist mit dem Rubin-Laser, rote und orangefarbene mit dem Neodym-Yag-Laser entfernt. Für gelbe, weiße und violette Pigmente gibt es kaum Behandlungsmöglichkeiten.

Pech für Marianna. Ihre tätowierte Blume auf dem Oberarm enthalt ganz besonders viel Gelb und Weiß. Nach drei Lasersitzungen ist die Tätowierung bisher nur etwas heller geworden. „Ärgerlich. Vor allem, weil es ganz schön weh tut und teuer ist“, klagt die junge Frau. Deshalb lässt sie ihr zweites Tattoo über dem Steißbein stehen: „Mein Arschgeweih gefällt mir zwar nicht mehr, aber außer meinem Freund sieht es ja keiner.“
Kathrin Kunterding