Fünf Gründe dafür

1. Im Jahr 2016 könnten Sie Gold holen. Im September entscheidet das IOC in Kopenhagen über die Aufnahme neuer olympischer Sportarten. Speed-Skating ist einer von fünf Anwärtern.

2. Roller-Kurse widmen sich der Integration von Migrantinnen. Grund: Inlineskaten ist eine der wenigen Sportarten, bei der Musliminnen ihre Kleiderordnung nicht im Wege steht.

3. Gut für den Gleichgewichtssinn und schont die Gelenke – solange Sie keinen Threesixty auf ein Treppengeländer versuchen.

4. Nachtskate-Events wie die „Münchner Blade Night“ waren zu Boomzeiten mit bis zu 39 000 Besuchern unüberschaubare Massenveranstaltungen. Inzwischen ist das Teilnehmerfeld auf ein Viertel geschrumpft. Weniger Dilettanten, weniger Unfälle, mehr Spaß.

5. Einsteiger können mit Skates leichtes Geld verdienen: „Upps, die Superpannenshow“ zahlt 150 Euro pro ausgestrahltem Clip.


Fünf Gründe dagegen

1. Inliner gelten innerorts als Fußgänger, müssen sich auf Gehwegen dem Schneckentempo anpassen und sind in der StVO geradezu rechtlos: Alle anderen Verkehrsteilnehmer haben Vorrang.

2. Image: Fehlanzeige. Es hat schon einen Grund, warum nur die rollenden Kollegen von der Skateboardfront die Werbeverträge, Schuhkollektionen und Videospiele einheimsen.

3. „Inliner verboten!“, heißt es bei fantastischen Rollschuh- Disconächten (etwa im Hamburger Mandarin Casino). Boogie- Woogie-Schlingertanz bitte nur stilecht in Rollschuhen alter Schule.

4. Sport-Kombis mit Inlineskates sind einfallslos: Roller-Soccer, Inline-Basketball, Streethockey. Vor allem im Bayrischen setzt man der Langeweile mit Nordic Blading noch die Krone auf.

5. Doppel-Autsch. Laut AOK erhält jeder vierte verletzte Inliner eine schmerzhafte Diagnose: beidseitiger Armbruch. Ein triftiger Grund, die Rollen auf dem Dachboden verstauben zu lassen.

Text: Sascha König