13 PS auf kleine Hinterreifen.
Mit dem 600 hatte Fiat die Richtung für neue Kleinwagen aus Turin gewiesen. Auf kleiner Grundfläche möglichst viel Raum mit möglichst wenig Blech umkleiden war die konstruktive Idee. Denn Blech war im Italien der Nachkriegszeit entsetzlich teuer und die Autos waren schliesslich nicht für die Besserverdienenden, sondern für den Mann von der Strasse bestimmt. Auch den Motor nach hinten zu verlegen, hatte sich als gute Idee erwiesen und der 500 bekam hier einen kleinen Zweizylinder Reihenmotor spendiert, der zunächst aus 479 Kubikzentimetern Hubraum 13 PS auf die kleinen Hinterreifen loslies. Die Turiner gaben ihrem neuen Kleinwagen zwar ein nobles Vierganggetriebe mit auf den Weg, aber sonst war Schmalhans Küchenmeister. Selbst auf Sitzpolster für die Rückbank verzichteten die Italiener. Das günstige Auto stiess ob seiner spartanischen Ausstattung auf wenig Gegenliebe seitens der Kunden. Erst als Fiat ein bisschen Luxus nachlegte, schnellten die Verkaufszahlen nach oben. Bald schon konnte der 500 "Nuova", der das Erbe des Topolino antrat, sich breiten Zuspruchs in Italien und auch in den Nachbarländern erfreuen.

"Elefantenrollschuh"
Der 500 wurde zu einem grossen Erfolg, was er nicht zuletzt seiner modernen und ausgefeilten Konstruktion verdankte. Er hatte eine sehr gute Strassenlage, da alle seine Räder einzeln aufgehängt waren und auch sein hydraulisch unterstütztes Bremssystem war angemessen dimensioniert. Aufgrund seines geringen Gewichts von etwa 500 Kilogramm konnte sich der kleine Motor ansprechend in Szene setzen, auf der Autobahn waren 95 km/h erreichbar. Lange Jahre sonnte sich der "Elefantenrollschuh" in der Gunst der Käufer und Fiat tat viel, dass diese Liebe weiter währte. Die Motorleistung wurde schrittweise erhöht und auch der Hubraum wuchs um einige Kubikzentimeter.

Safety First!
Im Jahr 1965 sah sich Fiat aber mit neuen Sicherheitsrichtlinien konfrontiert, die bis dahin verbauten "Selbstmördertüren" waren zum Beispiel auf dem Deutschen Markt nicht mehr zulassungsfähig. Da der 500 nach wie vor ein gefragter Typ war, investierte Fiat in eine dezente Modellpflege, die über konventionelle Türen hinaus auch verchromte Radkappen und Fensterkurbeln umfasste. Das bislang riesige Faltdach wurde auf die Hälfte des Daches gekürzt, die andere Hälfte aus Blech musste nun zur Festigkeit der selbsttragenden Karosserie ihren Anteil beisteuern.

Sportliche Fortbewegung mit 499 Kubikzentimeter Hubraum
Die Freunde sportlicher Fortbewegung durften sich auf 499 Kubikzentimeter Hubraum und ganze 18 Pferdestärken freuen, die magische 100 km/h-Grenze konnte endlich durchbrochen werden. Wer es noch eiliger hatte, aber nicht auf einen Fiat 500 verzichten mochte, konnten sich der Dienste Abarths oder anderer Tuner bedienen, die aus dem kleinen Wagen ein echtes Sportgerät machten. Es spricht für die ordentliche Konstruktion von Fiat, dass mit diesen Sportzwergen einige Rallyesiege verbucht werden konnten.

Das Luxusmobil
Wer hingegen noch mehr Luxus im Cinquecento haben wollte, konnte sich nun die L-oder Lusso-Ausgabe oder zulegen, die mit verchromten Zusatzbügeln an den Stossstangen und einem deutlich aufgewerteten Innenraum aufwarten konnte. Die Sitze waren mit feinstem Kunstleder bezogen, das profane Standardinstrument hatte einem modernen Bandtacho Platz gemacht und der Gipfel des Luxus war eine Tankanzeige! Der Fiat 500 L fand sich leider nie in den Listen des Deutschen Importeurs, wie schön, dass es 45 Jahre nach seiner Einführung endlich eine bequeme Möglichkeit gibt, das Luxusmobil sein Eigen zu nennen. Model Car World hat bei Minichamps eine limitierte Serie des schönsten aller Cinquecentos auflegen lassen.

Rot muss ein Auto sein
Das Modell besticht nicht nur durch eine satte, rote Lackierung der Metallkarosse, sondern auch mit weiteren schönen Details. Alle Hauben und Türen lassen sich an dem 1:18 Modell öffnen, die elegant geschwungenen Zusatzbügel der Stosstangen sind verchromt, ebenso die nur in der L-Version zu findenden verchromten Fensterleisten, die Wald- und Wiesen Ausführung musste sich mit schnödem Gummi begnügen. Neben den Radkappen glänzen auch noch die Fensterkurbeln, die Regenrinne, die Kennzeichenleuchte und die Schheinwerferringe metallisch edel, ein wahres Fest für die Augen. Es spricht für die Güte des Modells, dass vor lauter Glitzerkram die Proportionen des kleinen Italieners hervorragend zur Geltung kommen, nicht zuletzt, weil die eingesetzten Chromteile nicht den Eindruck des plumpen zuviel des Guten hinterlassen. Drei Dinge enttäuschen bei diesem sonst so gelungenen Modell, zum Ersten kann das Schiebedach nicht geöffnet werden, zum Zweiten läuft der Motor nicht und zum Dritten hat Model Car World nur 1.000 Exemplare des Luxus-Italieners zu verkaufen.

Bildquelle: Modelcarworld

Das Modell finden Sie hier.

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