„Schon mit 13, 14 Jahren spielte ich mit dem Gedanken, meine Nase operieren zu lassen. Jedes Mal, wenn ich in den Spiegel schaute, sprang sie mir entgegen: viel zu lang und mit großem Höcker. Meine Freunde zogen mich deswegen auf. Es war nicht böse gemeint, aber gestört hat es mich schon. Vor einem Jahr sagte ich mir, jetzt oder nie, und setzte meinen Wunsch in die Tat um. Ich hatte genug Geld gespart und nach langem Suchen eine sehr gute Klinik gefunden. In Vorgesprächen und Simulationen am PC besprach ich mit der Ärztin, wie meine neue Nase aussehen sollte: Gerade, kürzer und bloß nicht künstlich. Ich nahm drei Wochen Urlaub und erzählte auch in der Firma, was ich vorhatte.

„Du hast das doch nicht nötig“, bekam ich von vielen zu hören. Aber das ist leicht gesagt, wenn man nicht in der Haut des anderen steckt. Als ich nach der Narkose aufwachte, ging es mir blendend. Ich konnte gut durch die Nase atmen, weil ich keine Tamponaden tragen musste, und ich hatte keine Schmerzen! Dafür sah ich in den nächsten Tagen aus, als wäre ich zusammengeschlagen worden. Mein Gesicht war grün und blau und geschwollen. Ich musste Schienen und Verband tragen und sehr vorsichtig mit meiner empfindlichen Nase umgehen: Nur auf dem Rücken schlafen und Haare waschen mit zurückgebeugtem Kopf über dem Waschbecken. Krafttraining war drei Monate lang tabu, weil dabei durch die Anstrengung auch das Gesicht anschwillt und dadurch die Nase auf Dauer dicker werden kann.

Heute ist sie stabil und hat ihre endgültige Form erreicht. Das Ergebnis ist super. Ich finde, dass sie jetzt endlich in mein Gesicht passt. Allen anderen gefällt’s auch – sogar meiner Mutter, die anfangs große Bedenken hatte.“
Kathrin Kunterding