Es gibt verschiedene Methoden zur Transplantation von einzelnen Haaren oder Haarbüscheln. Die häufigste ist die Streifentechnik oder FUT (Follicular Unit Transplantation). Dabei entnimmt der Operateur meist aus dem gesunden Haarkranz am Hinterkopf einen vorher kahl geschorenen schmalen Streifen Haut, in dem sich dicht wachsende Haarwurzeln befinden. Den ein bis zwei Zentimeter kleinen Streifen zerschneidet er unter dem Mikroskop in viel kleinere Transplantate mit drei bis fünf (Mini-Grafts) oder ein bis zwei Haarwurzeln (Mikro-Grafts). Alternativ können aus dem Spenderhaarstreifen so genannte „follicular units“ entnommen werden. Das sind winzige Haargruppen von ein bis vier Haaren, die später eingesetzt an den Empfängerstellen besonders natürlich aussehen.

Die gewonnenen Grafts werden anschließend in winzige Öffnungen an den kahlen Stellen platziert. Bis zu 150 Haare pro Quadratzentimeter können so transplantiert werden. Im Spendergebiet entstehen kleine, dünne Nahtnarben, die später nur sichtbar sind, wenn die Haare kürzer als 0,5 Zentimeter sind. Verpflanzt wird bei örtlicher Betäubung und zwischen zwei bis acht Stunden lang.

Bei der neueren Punkttechnik oder FUE (Follicular Unit Extraction) werden mit einer mikrochirurgischen Hohlnadel Mini-Haargrüppchen von ein bis vier Haaren vom Hinterkopf „gepflückt“. Mit diesem Verfahren können auch aus anderen behaarten Körperstellen wie Brust, Rücken oder Beinen Spenderhaare entnommen werden. Allerdings haben diese Haare eine andere Struktur, sind oft flaumiger, krauser und wachsen nicht so lang wie die Kopfhaare. Vorteil der FUE: Es entstehen keine längere Narben, sondern nur sehr kleine helle Pünktchen. Nachteil: Die Methode ist langwieriger: Eine Behandlung kann sich über mehrere Tage hinziehen. Und um hohe Transplantatzahlen zu erreichen, muss der gesamte Kopf kahl rasiert werden.

Welche Methode ist besser?
„Die Streifenmethode, sofern sie mit ‚follicular units‘ durchgeführt wird, und die FUE-Methode bringen ein gleich gutes ästhetisches Ergebnis“, erklärt Dr. Frank Neidel, Vorstand im Verband Deutscher Haarchirurgen e.V.. Der Düsseldorfer Chirurg behandelt in seiner Spezialpraxis für Haartransplantationen Patienten mit beiden Techniken. Auch eventuell auftretende Komplikationen ähneln sich. Nur vorübergehende Gefühlsstörungen oder Verletzungen von Blutgefäßen sind bei der schonenden FUE seltener.
Kathrin Kunterding