Eine Eigenhaarverpflanzung kostet – je nach Methode – bis zu 15.000 Euro. Dafür kann sie Menschen helfen, sich wieder attraktiv und selbstbewusst zu fühlen. Und gut Aussehende kommen – so hart wie es klingt – erwiesenermaßen besser rüber. Nur macht volles Haar wirklich attraktiver? Anscheinend schon, wenn man mehreren Studien glaubt, welche die Wirkung von Männern mit und ohne Haaren verglichen. Danach wurden männliche Glatzenträger als weniger anziehend, sympathisch und erfolgreich eingeschätzt.

Eine Emnid-Umfrage ergab beispielsweise, dass 80 Prozent der Frauen einen Liebhaber mit Haaren auf dem Kopf bevorzugen. Und nach einer Untersuchung der Dermatologischen Klinik der Uni München beeinträchtigt Glatze die berufliche Karriere. Bewerbungskandidaten mit vollem Haar wurden öfter zu Vorstellungsgesprächen eingeladen als Konkurrenten mit wenigen oder keinen Haaren bei gleicher Qualifikation. Klingt fies, ungerecht und ganz schön übertrieben. Vielleicht relativiert es die Ergebnisse solcher Studien, wenn man weiß, wer sie in Auftrag gegeben hat. Im Fall der Emnid-Umfrage war es beispielsweise die Initiative ProHaar vom Propecia-Hersteller MSD.
Kathrin Kunterding